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Viel Respekt vor einem solchen Amt

F.L.O.H. sprach mit Diözesanführer Johannes Henning über seine überraschende Wahl, seinen Aufgaben und über Visionen für die Zukunft

F.L.O.H.: Du bist Diözesanführer der SMJ Erfurt und darüber hinaus auch Vertreter der gesamten Regio Wegweiser. Welche Aufgaben halten Dich derzeit am meisten in Atem?

Johannes: Am meisten bin ich im Moment mit der Vorbereitung der Jahreskonferenz und dem Gipfeltreffen beschäftigt. So große Treffen wollen gut vorbereitet sein. Vor allem, wenn es sich wie bei dem Gipfeltreffen um ein so verheißungsvolles Thema wie „SMJ – Identität mit Zukunft!?!?!?“ handelt. Aber zum Glück brauche ich mich nicht allein um die Vorbereitung kümmern und hab Unterstützung von den verschiedensten Seiten.

F.L.O.H.: Okay, auf die Unterstützung kommen wir nachher noch mal. Deine „Karriere“ hat erst 2006 begonnen, mit der Gruppenleiterschulung und dann mit der Aufgabe eines Gruppenleiters im Zeltlager in Thalwenden. Hättest Du damals schon gedacht, dass Du so bald Diözesanführer werden könntest?

Johannes: Damals war die Aufgabe noch weit entfernt für mich. Es war ein tolles Gefühl, das Zeltlager und die Vorbereitung mitzuerleben. Aber daran, ein gutes Jahr später Diözesanleiter zu sein, hab ich im Traum nie gedacht. Ich kann mich noch an ein Fight Club Kreistreffen erinnern, wo Georg eher flapsig meinte: „Du wärst doch ein guter nächster Regiosprecher“. Da war die Entscheidung, keinen Regiosprecher mehr zu wählen, noch nicht gefallen. Ich war völlig dagegen, so was zu machen. Ich hatte viel Respekt vor einem solchen Amt. Eigentlich wollte ich nach der Jako 2006 auch gar nicht mit auf das Gipfeltreffen kommen, aber Bernhard hat mich dann doch überredet. Mit meiner Wahl hatte ich da aber auch nicht gerechnet.

F.L.O.H.: Welche Gedanken gingen Dir beim Gipfeltreffen Anfang des Jahres durch den Kopf, als Du schließlich gewählt warst?

Johannes: Mhh. Schwierig! Es war ein vollkommen komisches Gefühl! Auf einmal Leiter soviel engagierter junger Männer zu sein, besonders da ich, glaube ich, auch der Jüngste auf dem Gipfeltreffen war. Man könnte sagen, die „Altersstruktur“ steht Kopf. Richtig nachgedacht, wie es nun weitergehen soll, hab ich gar nicht.

F.L.O.H.: Um das Stichwort von vorhin aufzugreifen: Fühlst Du Dich in Deiner Arbeit gut unterstützt, etwa von den Gruppenleitern oder auch von den älteren Semestern der Mannesjugend?

Johannes: Sicher! Reibungen und Meinungsverschiedenheiten gibt es immer, aber trotzdem ist die Unterstützung fantastisch. Vieles läuft von alleine, ohne das es einer extra noch mal anschupsen muss. Anders hätte es ja gar nicht laufen können, da einer nicht alles allein schafft. Da fällt mir der Spruch der Musketiere ein: „Einer für alle, alle für einen!“ Er beschreibt etwa den Zusammenhalt bei uns

F.L.O.H.: Wie gut geht die Zusammenarbeit mit der SMJ-Zentrale?

Johannes: Die SMJ-Zentrale als solches Gebilde gibt es ja nicht. Es sind erwachsene Mitarbeiter, die uns unterstützen. Für die Regio Wegweiser sind das vor allem Rainer M. Gotter und Pater Thomas. Insbesondere mit Rainer stehen Franz und ich in Kontakt. Anfang des Jahres hauptsächlich wegen der Trägerschaft, aber jetzt auch einfach wegen des Austausches. Rainer hat uns u. a. auch unterstützt, die Arbeit nach dem Wegfall des Trägervereins in geregelte Bahnen zu bringen, etwa durch Unterstützung bei der Formulierung der Ordnung. Mit Pater Thomas habe ich bis jetzt noch nicht so stark zusammengearbeitet. Er hat sich besonders für den neuen Kreis eingesetzt. Mit dem Gipfeltreffen wird sich aber ändern, da Pater Thomas seine Teilnahme fest zugesagt hat. Für die Zukunft muss sich aber in der Zusammenarbeit mit der Zentrale sicher einiges ändern. Es gibt nicht mehr einen „Pater um die Ecke“, den man mal schnell anfragen kann, eine Veranstaltung, etwa ein Zeltlager, als erwachsener Mitarbeiter mitzugestalten. Alles muss auf lange Sicht geplant werden.

F.L.O.H.: “Die SMJ- Zentrale als solches Gebilde gibt es ja nicht.” Die gibt es eigentlich doch.

Johannes: Sicher, wenn man als Zentrale die erwachsenen Mitarbeiter in der SMJ betrachtet, gibt es sie schon. Sie treffen sich, wie gesagt, auch regelmäßig und tauschen sich aus. Aber wenn man das Wort Zentrale hört, kommt schnell der Eindruck auf, dass es da viele, viele Mitarbeiter, Sekretäre, und, und, und gibt. Also ein riesengroßes Gebilde. Leider sind es im Moment aber nur sechs Personen.

F.L.O.H.: Hast Du eine Art Regierungsprogramm, also Leitlinien, die Du verfolgst? Was willst Du erreichen?

Johannes: Ein Regierungsprogramm habe ich nicht. Klar, es gibt Visionen, aber als Regierungsprogramm würde ich das nicht bezeichnen. Eine Vision ist zum Beispiel, dass die Zahl der SMJler, besonders auch außerhalb des Bistums Erfurt, wieder zunimmt. Ein paar gute Ansätze dazu gab es schon und wird es 2008 wieder geben. Ich bin gespannt, wie sich das in Zukunft entwickeln wird. Auf alle Fälle schaue ich positiv in die Zukunft.

F.L.O.H.: Noch andere Visionen außr zum Thema Zahlen?

Johannes: Die Zahlen allein machen SMJ nicht aus. Ich wünsche mir interessierte Jungen und Jugendliche, die begeistert an die Sache gehen, sich engagieren und lebendigen Glauben leben.

F.L.O.H.: Welche Rolle spielt für Dich die Regio als Lebensgebilde der Mannesjugend?

Johannes: Besonders in letzter Zeit spielt für mich die Regio, u. a. mit dem Bistum Erfurt, eine besondere Rolle. Bedingt durch die nahende Jahreskonferenz mit entsprechender Vorbereitung ist der Austausch mit den Regiosprechern der anderen Regios sehr stark geworden. Daher fühle ich mich in letzter Zeit besonders als SMJler der Regio Wegweiser, nicht unbedingt aus dem Bistum Erfurt, auch wenn sich das Leben in unserer Regio hauptsächlich dort abspielt.

F.L.O.H.: Welche Bilanz würdest Du für dieses erste Jahr ziehen, das sich ja nun dem Ende entgegenneigt?

Johannes: Für die SMJ ein sehr bewegendes Jahr, mit vielen Höhen und Tiefen. Das Einleben im Kleinen Paradies, die Probleme um die Trägerschaft, aber auch eine erste Tagung seit langem im Bistum Dresden-Meißen und eine Regiokonferenz mit vielen neuen, zukunftsweisenden Projekten, aber auch die Versetzung Pater Grafs und nun dessen unerwarteter Tod. Für mich persönlich war es ein Jahr mit sehr vielen neuen Erfahrungen.

F.L.O.H.:: Zwar ist das Jahr noch nicht abgeschlossen, aber bis hierhin: Was ist Dein Highlight 2007?

Johannes: DAS Highlight des Jahres 2007 gibt es für mich nicht. Da waren so viele bewegende Momente und Situationen, dass es mir schwer fällt, eins rauszusuchen. Ein Highlight für mich als Diözesanleiter war sicher das BDKJ-Jugendforum im März. Ein Zusammentreffen aller katholischen Jugendverbände im Bistum Erfurt, an welchem ich teilnehmen durfte. Ein Highlight für mich als Gruppenleiter war neben dem Zeltlager die Mini-Sternwoche. Es hat Spaß gemacht, mit ein paar Jungs Heiligenstadt zu erkunden, sich näher kennenzulernen und Spaß zu haben, auch wenn wir uns heillos verlaufen haben. ;-) Ich hab es genossen, an manchen Veranstaltungen als Teilnehmer oder Gruppenleiter teilzunehmen und andere wiederum zu leiten

F.L.O.H.: Wo siehst Du Dich derzeit Schwierigkeiten und auch Widerständen gegenüber?

Johannes: Große Probleme sehe ich bisher nicht. Innerhalb der SMJ läuft es großteils reibungslos. Was mich eher stört ist der Austausch mit der Schönstattfamilie im Bistum, also insbesondere in Friedrichroda. Man hat teils den Eindruck, als ob Friedrichroda und das Eichsfeld zwei verschiedene Bistümer sind. Aber das ist eine andere Sache.

F.L.O.H.: An welcher Stelle müsste es Deiner Meinung nach Veränderungen geben?

Johannes: Durch die neue Situation, in der sich die SMJ befindet, wird es in Zukunft Veränderungen geben. Wie diese aussehen werden, bin ich mir nicht sicher. Aber da wird das Gipfeltreffen einiges an Aufklärung bringen.

F.L.O.H.: Thema Gipfeltreffen und Zukunft: Welches wird für Dich DAS Projekt im Jahr 2008 sein?

Johannes: Da gibt es für mich neben dem „SMJ-Standardprogramm“ auch wieder zwei Projekte. Auf der einen Seite das geplante Jugendfest „Paradise reloaded – Natürlich glauben!?“ und auf der anderen Seite das geplante Sterntreffen in Naundorf. Beides viel versprechende Vorhaben.

F.L.O.H.: Möchtest Du selbst noch ein Schlusswort loswerden?

Johannes: Uns als Regio Wegweiser ist es bereits gelungen, den Staffelstab an die “nächste Generation” weiterzugeben. Mit der weiteren Unterstützung der Erfahrenen hat es bisher super funktioniert und wird es sicher in Zukunft auch funktionieren. In den meisten anderen Diözesen steht dieser Umbruch im nächsten Jahr an und bringt einiges an Sorge mit sich, wie es weitergehen wird. Nutzen wir diese gute Situation und versuchen wir, dass beste draus zu machen. Zukunft beleben! Wegweiser beleben! Wenn nicht jetzt, wann dann?


Autor: Redaktion
Rubrik: people » heads
Eingestellt am 14. Dezember 2007
Zuerst veröffentlicht auf F.L.O.H. online
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