HAUPTSEITE | INHALT | KONTAKT | IMPRESSUM

[Valid RSS]

» heads

Pater Michael zurückkaufen!

Gespräch mit Franz Klingebiel über seine Aufgaben als 2. Diözesanführer

F.L.O.H.: Wie hast Du die Sommerunternehmungen erlebt? Wie liefen sie Deiner Meinung nach?
Franz: Zum ersten Mal seit einigen Jahren habe ich die Sommerunternehmungen sehr schlecht mitbekommen. Ein bisschen habe ich beim Zeltlager Thalwenden reingeschnuppert.

F.L.O.H.: Woran lag das?
Franz: Das lag ganz wesentlich an meiner Prüfungssituation in diesem Jahr. Ich musste mich auf die mündliche Vordiplomsprüfung vorbereiten.

F.L.O.H.: Konntest Du dennoch den einen oder anderen Eindruck aufschnappen?
Franz: Vom Reinischtreff habe ich einen sehr guten Eindruck gewonnen. Durch einige Gespräch und Erzählungen hatte ich den Eindruck, dass dieses Treffen für viele immer wieder oder neu ganz interessant ist. Vom Inselcamp Kirchmöser habe ich eher die Vorbereitungen mitbekommen über Georg. Von der Schweiz habe ich kein Feedback gehört.
F.L.O.H.: Wie schätzt Du die derzeitige Stimmung in der Regio insgesamt ein? Zukunftseuphorie oder Entmutigung oder etwas völlig anderes?
Franz: Ich muss sagen, dass ich gar nicht so in der Arbeit stehe um das einschätzen zu können. Ich habe eher mit Verwaltungsaufgaben zu tun.

F.L.O.H.: Du bist in der Diözesanleitung für die Finanzen verantwortlich. Wie siehst Du Dein derzeitiges Engagement?
Franz: Was die Organisation und Teilnahme an Veranstaltungen betrifft, beschränke ich mich auf die großen Vollversammlungen der SMJ Regio Wegweiser, also zunächst die Regiokonferenz und Anfang des nächsten Jahres die Gipfelkonferenz. Meine Aufgaben, die ich für die SMJ bearbeite, sind derzeit sehr vielfältig. Da gibt es zum einen das Tagesgeschäft … Kontoführung … Kassenbuch und die BDKJ-Förderung. Die beschert uns zurzeit einige Kopfschmerzen, da wir die Förderbedingungen wegen des Wegfalls des Trägervereins nicht mehr erfüllen. Zum anderen arbeiten wir an einem neuen Trägerverein. Außerdem bin ich – in dem ganzen Chaos – dabei Lorenz und Christoph K. in die Verwaltungstätigkeiten einzuarbeiten. Und ganz nebenbei denkt man immer mal wieder darüber nach – vor allem Hans-Martin – die SMJ finanziell unabhängiger zu machen. Die ganze Aufgabenfülle bringt mich ab und an schon einmal stark in Bedrängnis, wenn ich daran denke, dass ich auch Zeit für meine Familie brauche, nebenbei noch mein Vordiplom mache und studiere. Vor allem durch die Befristungen für die Abrechnungen bei der BDKJ ist ein starkes Druckmittel da.

F.L.O.H.: Hat das zur Folge, dass sich demnächst etwas verändert, oder wird es zunächst so weiterlaufen? Denn diese Belastung kann ja auf Dauer niemand von Dir erwarten.
Franz: Personell wird sich nicht ändern, außer dass es eine stärkere Konzentration meinerseits auf Lorenz und Christoph geben wird.

F.L.O.H.: Du hast es bereits angesprochen: Mit der Auflösung des Schönstatt-Bewegung Eichsfeld e.V. ist der Träger der SMJ weggefallen. Wer ist derzeit für die Mannesjugend – vor allem in finanzieller Hinsicht – verantwortlich?
Franz: Rechtlich gesehen hängt die SMJ derzeit in der Luft, d.h. es gibt derzeit keine Rechtsperson, die für die finanziellen Aktivitäten der SMJ haftet. Zunächst einmal ist das auch nicht notwendig, man kann ja eine rein private Interessenvereinigung ein. Wichtig wird es dann, wenn man Fördergelder von öffentlicher Stelle haben will wie z.B. vom BDKJ. Da wir keinen Rechtsträger haben, bekommen wir derzeit auch keine Fördergelder.

F.L.O.H.: Das soll sich in Zukunft ändern?
Franz: Richtig. Ich als zweiter Diözesanleiter arbeite an einem neuen diözesanen Schönstatt-Verein mit. Dieser ist angeregt worden von Sr. Anastasia, weil sie mit der Mädchenjugend das gleiche Rechträger-Problem hat. Dieser Verein soll auf diözesaner Ebene wirtschaftlicher und rechtlicher Ansprechpartner für alle Schönstatt-Gliederungen im Bistum sein. Dazu gab es bisher zwei vorbereitende Sitzungen mit einem Fachmann aus der Würzburger Diözese, aus dem dortigen Schönstatt-Verein. Am Montag, 24.09., war die konstituierende Sitzung des e.V. Geleitet wurde die Initiative von Diözesanpräses Gottschall aus Friedrichroda.

F.L.O.H.: Wird mit dem neuen Verein die finanzielle Zukunft der SMJ erstmal gesichert sein?
Franz: Nein. Der Verein bildet nur den Rahmen. Er hat (zunächst) keine eigenen Gelder, die er an die SMJ verteilen könnte. Er bietet aber die Grundlage Gelder einzutreiben, z.B. durch Spendenquittungen, und auch BDKJ-Fördergelder.

F.LO.H.: Dann hängt also auch viel von unserem Engagement in dieser Richtung ab.
Franz: Was unsere Finanzierung betrifft, ja.

F.L.O.H.: Themenwechsel: Vor einem Jahr hat sich die Tür des Jugendhauses Thalwenden für immer geschlossen. Bedauerst Du den Verlust?
Franz: Ja, sehr. Ich muss sagen, dass ich die Geschehnisse auch noch nicht komplett verarbeitet habe. Ich habe fast ein bisschen Angst davor in Thalwenden am Jugendhaus vorbeizufahren. Es passiert mir immer wieder, dass ich Thalwenden sage, wenn ich das Kleine Paradies meine. Das ist die emotionale Seite. Rational diplomatisch hört sich das natürlich ganz anders an. Dann verweist man immer auf die finanzielle Notsituation usw.

F.L.O.H.: Dennoch ist die Klause nun zu unserer Heimat geworden. Wie gut funktioniert das Miteinander – mit der Familie, den Schwestern usw. – im Kleinen Paradies?
Franz: Nun, auch hier muss ich sagen, dass ich nur über den wirtschaftlichen Teil Aussagen treffen kann. Im Eichsfeldrat bin ich nicht vertreten. Der Kontakt zu den Schwestern hat sich gut entwickelt, allerdings gibt es einige Probleme in unserer Grundlagenvereinbarung. Diese müssen wir zu Beginn des nächsten Jahres beheben.

F.L.O.H.: Seit dem Gipfeltreffen Anfang des Jahres gibt es den Posten eines Regio-Beauftragten. Welche Bedeutung hat für Dich die Dimension der Regio?
Franz: In meinem Alltagshandeln hat die Dimension der Regio annähernd keine Bedeutung. Wie schon erwähnt, geht es immer um das Bistum, den Verein, die Fördergelder (Land Thüringen). Ich verstehe meine Funktion in der Bewegung als zweiten Schritt. Zunächst muss eine Bewegung da sein, bevor man eine Struktur schafft und verwaltet. Da der Rest der Regio von der SMJ-Bewegung her dünn besetzt ist, ist auch meine Funktion nicht notwendig.

F.L.O.H.: Gibt es eine Vision, die Du für die Mannesjugend in Ostdeutschland hast?
Franz: Ich fände eine Großspende im sechsstelligen Bereich nicht schlecht, die man in eine Stiftung einspeisen könnte. Aus dieser Stiftung könnte die SMJ unabhängig leben aufgrund eines einfachen und gerechten Zuweisungsmodus. Und vielleicht wäre es ja möglich Pater Michael “zurückzukaufen” und als Hauptamtlichen zu bezahlen.

F.L.O.H.: Damit sind wir schon am Ende der Fragerunde. Gibt es ein Statement, das Du anfügen möchtest?
Franz: Ja. Wenn ich mal groß bin und viel Geld habe, dann wird meine Vision wahr!

F.L.O.H.: Dann bedanke ich mich herzlich für das Gespräch.
Franz: Bitte, gern geschehen.


Autor: Redaktion
Rubrik: people » heads
Eingestellt am 29. September 2007
Zuerst veröffentlicht in Ausgabe 31, September 2007
Trackback: url

Ähnliche Beiträge:
» Wir machen den Weg frei | Mai 2007
» Viel Respekt vor einem solchen Amt | Dezember 2007
» Ein lustiger Haufen | Februar 2007
» † Pater Paul Graf | Dezember 2007
» Die Alten sind zurück | Juli 2007

Bisher kein Eintrag  | Neuer Eintrag


Eintrag verfassen

Line and paragraph breaks automatic, e-mail address never displayed, HTML allowed: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>


*