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In dankbarer Erinnerung

Lange Jahre war Pater Graf Rektor des Heiligtums im Kleinen Paradies. Auch für die Mannesjugend war er, vor allem in schwierigen Zeiten, Stütze und Verbündeter. Am 1. Dezember verstarb Pater Graf ganz plötzlich. Die Regio Wegweiser wird ihn in guter Erinnerung behalten.

Pater Graf war für mich eine besondere Person. Unzählige Messen, mit teils langen, aber tief greifenden Predigten durften wir zusammen feiern. Bei jeder Ankunft im Kleinen Paradies begrüßte er mich mit einen freundlichen Gespräch. Man fühlte sich sofort wohl. Besonders in Erinnerung sind mir noch zwei Gottesdienste im diesjährigen Thalwendener Zeltlager. Trotz Dunkelheit wagte er sich auf unseren „Evangelienstein“ und war begeistert, mit welcher Lebendigkeit die Jungen das Programm mitgestalteten, welche ganz eigene Dynamik sich entwickelte. Mein letztes Zusammentreffen mit Pater Graf war etwa zwei Wochen vor seinem Tod. Die Männergruppe und wir als Kreis Fight Club feierten zusammen die Heilige Messe im Kleinen Paradies. Man merkte es ihm förmlich an, wie er sich über den gemeinsamen Gottesdienst der Männer und der Jungmännern freute. In einem Gespräch abends, kurz vor seinem Wiederaufbruch nach Essen, erzählte er mir noch, dass es ihm in Essen gut geht. Bewegt hat mich auch sein Vorsehungsglaube. Einen zu sehenden Regenbogen, als er die Nachricht seiner Versetzung bekam, fasste er als gewisses Zeichen auf und begab sich so frohen Mutes nach Essen. In Erinnerung bleibt auch sein unermüdlicher Einsatz für die SMJ und die Schönstattfamilie im Eichsfeld.

Johannes Henning

Bei den ersten Überlegungen für ein paar Zeilen zum Gedenken an Pater Paul Graf hatte ich die, zugegebenermaßen ein wenig komische, Vorstellung, dass während der Beisetzung Pater Grafs plötzlich ein Handy klingelt. Der Angerufene nimmt ab, hört kurz zu, und sagt dann in die Trauergemeinde hinein: „Es ist Pater Graf; er will wissen, ob die Presse auch da ist.“ Tatsächlich war, vor allem zu Beginn seines Wirkens im Kleinen Paradies, Pater Graf für mich in erster Linie dadurch präsent, dass es desöfteren hieß: „Pater Graf hat übrigens für morgen die Presse eingeladen.“ Er war immer sehr darauf bedacht, unsere Arbeit auch bekannt zu machen, dafür zu sorgen, dass Schönstatt ins Gespräch kommt, so dass „Herr Beck von der TLZ“ beziehungsweise dessen Mitarbeiter bereits eine einigermaßen allgemein bekannte Größe bei uns geworden sind.

Daneben wurde Pater Graf immer wichtiger für unsere Arbeit nach der Versetzung Pater Michaels nach München, als er desöfteren Gottesdienste an Wochenenden und in Zeltlagern mit uns feierte. Auch darüber hinaus war er sehr hilfsbereit; sein Beamer und sein Auto sollen da nur als zwei kleine Beispiele genannt sein.
Diese Bindung verstärkte sich noch im Zuge der Auflösung des Jugendhauses und unseres Umzuges ins Kleine Paradies. In vielen Problemen und Streitigkeiten, die sich aus der schwierigen Situation ergaben, war Pater Graf sehr daran gelegen, immer wieder das Gespräch zu suchen, vermittelnd zu wirken und die Lage für alle Beteiligten möglichst reibungsfrei zu gestalten.

Auch wenn wir das vielleicht nicht immer so deutlich wahrgenommen haben, so haben wir als SMJ Regio Wegweiser Pater Graf eine Menge zu verdanken; nicht zuletzt deswegen freue ich mich besonders, dass wir zwei Wochen vor seinem Tod bei seinem letzten Besuch im Kleinen Paradies als Kreis „Fight Club“ mit ihm den Sonntagsgottesdienst feiern konnten. Während der Predigt erzählte er kurz, wie es ihm in Essen nun so ging, und auch nach dem Gottesdienst, als wir noch ein wenig zusammenstanden, berichtete er, dass er sich mittlerweile ganz gut in Essen eingelebt habe; er hatte ja eigentlich gar nicht weggewollt aus dem Kleinen Paradies, war sogar sehr traurig über die Versetzung; aber letztendlich hatte er diesen Wechsel angenommen, und vertraute darauf, dass daraus etwas Gutes werden sollte.
Es ist schön, ihn von diesem Vertrauen erfüllt in Erinnerung zu behalten.

Bernhard Staffa

Es war im vergangenen Sommer. Pater Graf begegnete mir auf dem Weg vom Haus zum Heiligtum im Kleinen Paradies. In seinem stets freundlichen Gesichtsausdruck konnte man seine Freude schon von weitem wahrnehmen. Er sagte, im Rückblick auf die gerade stattgefundene Elisabeth-Wallfahrt: „Elisabeth ist eine der größten deutschen Heiligen. Sie geht ihren eigenen Weg. Sie hat Mut, anzuecken bei den Menschen, weil sie ihrem Gewissen folgt.” Ich muss ihn dann wohl erstaunt angeschaut haben. Denn er setzte seinen Satz fort mit den Worten: „Sie müssen verstehen, Elisabeth ist für mich ein Mensch, der aus seiner Armut heraus Liebe weitergab und damit Menschen verzauberte. Genauso müssen wir es auch machen.” Dann setze er seinen Weg fort hin zu einer Gruppe vor dem Heiligtum. Diese Erinnerung kam mir jetzt wieder in Sinn, als ich von seinem plötzlichen Tod hörte. Ja, er hatte Recht: Wenn wir heute Menschen begegnen wollen, dann nur wie Elisabeth, die Liebe ausstrahlte – so wie Pater Graf.

Rainer M. Gotter


Autor: Verschiedene
Rubrik: people » heads
Eingestellt am 14. Dezember 2007
Zuerst veröffentlicht auf F.L.O.H. online
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