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Wer Schönstatt liebt und Einigkeit, der spinnt auch mal ne Kleinigkeit
Seit Oktober ist es klar,
wo vorher heilger Frieden war,
tummeln sich nun auf Roller, Moped, Fahrrad, und Matratze
wilde Kerle, ganz ohne Glatze.
Gebunden an der MTA Versprechen,
woll’n sie verlornes Glück nun rächen
und sich im Paradies, dem Kleinen,
erobern einen Platz, nicht um zu weinen.
Dafür ist jetzt keine Zeit,
liegt doch der Zukunft Hand bereit
“Schlagt ein ihr mut’gen, wilden Kerle
und macht jetzt diesen Ort zu Eurer Perle!”
So zeigt sich frommen Pilgern nun
und manchem flux entlaufnem Huhn,
im Paradies, dem Schönstattland,
ein Bild was bisher kaum bekannt.
Ganz unverblümt, man ahnt es kaum,
steht bei Kapelle, Bühne, Kirchenbaum
ein Kasten Bier und Selters auch
neben Schwesters bestem Rosenstrauch.
Dabei zwei junge Kerle
in heißen Phrasen debattierend,
in Lederkluft der eine,
sein Helm ragt neben ihm im Gras
mit Langen Haar’n der zweite
und beide haben riesig Spaß.
Ach nein, mein lieber Wallfahrtsgast,
renn’ nicht davon in eilger Hast.
Magst Börse, Ausweis, goldne Uhr
getrost am Mann behalten.
Die lümmeln nicht, die planen nur
und haben selber eine Uhr
und wissen was die Stund geschlagen.
Ihres Hauses sie zwar ledig sind.
Doch trieb ihr Mut sie schnell geschwind
ins Paradies, wo auch die Engel weilen.
Gleich diesen fliegen ihre Pläne
in höchste Sphären. Und wie bei der Hyäne
lauert still ihr scharfer Blick auf neue Beute.
Und Leute, welch ein Glück:
Dort hinterm nächsten Rosenstrauch,
jetzt sehe ich sie auch,
wie sie da zitternd dicht am Boden liegt,
Die arme Beute ahnt noch nichts, von ihrem Glück.
Zum Sprung bereit, die Türen auf und Bretter rein.
Die Hämmer werden eilends, schnell geschwungen.
Und eh ein Ächzen leis dem Beutetier entwischt
sind wilde Kerlen in es eingedrungen.
Ein Nagel hier, ein Kreischen dort,
Verdammt, Du Blödmann, Loch im Kopp,
wölbt sich nach Tagen aufgeregter Schraubatacke.
ein neues Heim im Bauch der alten Holzbaracke.
Drum lieber Wallfahrtschrist
sei ständig neu und ohne Zwist
im Kleinen Paradiese herzlich sehr willkommen.
Wenn munter, lachend, wilde Kerle
Dich ab sofort hier nun umschweifen,
Denke für Dich, es seinen Engel.
Dir gesandt, zu ebenen Straßen, Tore, Mauern, Gassen.
So stimm mit ein in den Gesang
der bunten Vögel, wie Dir der Schein.
Lass flattern sie und singen laut
dies Lied im Doppelreim.
Wer Schönstatt liebt und Einigkeit
der spinnt auch mal ‘ne Kleinigkeit.
Nicht nur die frommen Hälse recken,
nein, auch in uns das Leben wecken.
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