Kein anderer Jahrgang der Regio-Zeitung bringt es auf so viele Ausgaben wie 2007. Mehr Beiträge, längere Texte und dazu noch eine neue Internetpräsenz lassen ihn hüpfen wie noch nie. Aber kommt er auch wirklich an?
Wir kennen solche Formulierungen aus dem chinesischen Horoskop: „Das Jahr des Tigers“ oder ähnliches. Nun finden sich, im Gegensatz zu unseren europäischen „Tierkreiszeichen“ – zu denen erstaunlicherweise auch solche nicht animalischen Dinge wie „Waage“, „Schütze“, „Jungfrau“ und weitere gehören –, dort wirklich einzig und allein Tiere. Zudem beziehen sie ihre Wirkung nicht von der Sonne, sondern vom Mond. Das wichtigste allerdings ist, dass sie nicht nur einen Monat lang gelten, so dass sich zwölf Zeichen ein Jahr teilen müssen. Auch die chinesischen Tierkreiszeichen sind zwölf an der Zahl – doch sie gelten jeweils ein ganzes Jahr lang. So kommt es, dass jeder von uns genau definieren könnte, im Jahre welchen Tieres er geboren ist. Analog zu unserem Horoskop-System resultieren daraus unterschiedliche Eigenschaften. Einer, der im Jahr des Affen geboren ist, müsste der Theorie nach anders veranlagt sein als einer, der im Zeichen der Ratte zur Welt gekommen ist.
Weil solche Formulierungen immer etwas Mystisches umgibt, werden sie auch gern als Filmtitel eingesetzt: „Tiger and Dragon“ (2000, mit Chow Yun-Fat u.a.) erzählt eine asiatische Fantasy-Geschichte, „Year of the Horse“ (1997) ist ein Musikdokumentarfilm über Rocklegende Neil Young und seine Band Crazy Horse und „Im Jahr des Drachen“ (1985) muss Mickey Rourke als abgehalfterter Polizist seine Vorurteile gegenüber Asiaten überwinden. Insgesamt setzt sich der chinesische Tierkreis aus folgenden zwölf Tieren zusammen: Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein. Das Jahr 2007 war das Jahr des Schweins, das Jahr 2008 wird im Zeichen der Ratte stehen.
Moment, bitte! Wo genau steht denn jetzt eigentlich der Floh? In obiger Aufzählung ist er nicht vorhanden. Heißt das, dass es kein „Jahr des Floh“ gibt? Oder ist der Floh ein dreizehntes, vielleicht sogar verbotenes Tierkreiszeichen? Der gewitzte Leser wird längst vermutet haben, dass es in diesem Beitrag nicht wirklich um chinesische Astrologie gehen soll. Der Floh gehört nicht zu den zwölf Tieren, deren Zeichen Einfluss auf Menschen zugeschrieben wird. Dennoch sind die bisherigen Ausführungen ganz gut geeignet, den Leser zum Kern der Sache vordringen zu lassen. Denn natürlich gibt es ein Jahr des Floh – oder besser des F.L.O.H. – und damit ist zweifellos das Magazin der Schönstatt-Mannesjugend Regio Wegweiser gemeint. Und dieses Jahr ist 2007.
In den vergangenen zwölf Monaten ist der F.L.O.H. über sich selbst hinausgewachsen. Kein anderer Jahrgang – seit der ersten Ausgabe auf dem Gipfeltreffen 1996 – hat so viele Erscheinungstermine gehabt: fünf reguläre Ausgaben und zwei Sonderhefte. Das verdanken wir auf der einen Seite der Tatsache, dass es eben sehr viel Leben gibt in der Regio. Die beiden Sonderausgaben können jetzt ebenfalls zu Buche schlagen, weil gleich zwei große Ereignisse in diesem Jahr – beides Hochzeiten – jeweils ein solches Sonderheft rechtfertigten. Es ist viel los, die Wegweiser machen viel her. Auf der anderen Seite steht, und das ist beinahe noch wichtiger, die Unermüdlichkeit der Autoren. Weil sich immer wieder Leute fanden und finden, die über Berichtenswertes auch tatsächlich berichten, die ihre Erlebnisse anderen mitteilen, die ein wenig Arbeit und Zeit investieren, um Geschichten, Erfahrungen, aber auch Kritik nicht ungesagt zu lassen; deshalb ist der F.L.O.H. lebhafter denn je. Das lässt sich an den Texten festmachen, die da in all den Heften dieses Jahres enthalten sind. Aber auch an nackten Zahlen: 65 Autoren schrieben 87 Beiträge. Insgesamt besteht das Jahr 2007 im F.L.O.H. aus 70.919 Wörtern, die aus 393.147 Zeichen zusammengesetzt sind.
Doch zum Erfolg eines Magazins gehört nicht nur, wie viele Hefte gedruckt werden. Ob der F.L.O.H. erfolgreich ist, entscheidet sich nicht auf der Seite der Redaktion (womit alle Personen gemeint sind, die einen Anteil an der Entstehung der jeweiligen Ausgabe haben) – sondern auf der Seite der Leser. Wie viele Menschen nehmen tatsächlich einen F.L.O.H. in die Hand? Wie viele lesen dann auch darin? Und wie viele Leute kaufen ihn letztendlich sogar? Darüber fehlen leider jegliche Zahlen. Im Sinne einer Erfolgskontrolle, zum Beispiel zum Zwecke der Gewinnmaximierung, entbehrt der F.L.O.H. im Moment jeglicher Professionalität. Nun soll er ja nicht unbedingt eine „Produkt“ sein, das erfolgreich am „Mark“ platziert wird. Dafür bräuchte es dann exakte Daten, wie oft welche Ausgabe wo verkauft wurde und wie viel Gewinn sie eingespielt hat. Doch auch jetzt schon wäre es wünschenswert, zumindest schätzen zu können, wie oft der F.L.O.H. diesmal wieder gelesen wurde.
Denn mit einer solchen Feststellung ließe sich ebenso eine ganz bestimmte Frage beantworten: welche Rolle der F.L.O.H. tatsächlich für die Regio Wegweiser spielt. Das soll an dieser Stelle nicht erörtert werden. Doch spätestens, wenn es gilt, die Redaktion neu zu formieren und dem F.L.O.H. eine Perspektive für die Zukunft zu geben, wird die Frage wieder aktuell werden. Einerseits stimmt es, wenn jemand den weisen Satz sagt: „Ihr müsst den F.L.O.H. viel besser verteilen, er muss bekannter werden.“ Andererseits ließe sich darauf auch fragen: „Wer liest ihn denn überhaupt?“ Denn momentan erscheint er zwar relativ regelmäßig. Jedoch scheinen jedes Mal die meisten der produzierten Exemplare lediglich einen Weg in den Archivschrank der KLAUSE 2.0 zu finden. Es wäre daher eine Zukunftsaufgabe, sozusagen „Marktforschung“ für den F.L.O.H. zu betreiben und auch ein Marketing- und Vertriebskonzept zu entwickeln.
Die Zukunft des F.L.O.H. sieht – vom heutigen Standpunkt betrachtet – aber alles andere als düster aus. Grundzüge eines solchen Vertriebskonzeptes sind bereits im Entstehen begriffen und dabei geht der F.L.O.H. sogar bis zu seinen Wurzeln zurück. Bis Ende 2003 war er hauptsächlich eine Abonnement-Zeitschrift und er wird es, zumindest teilweise, wieder werden. Im September erreichten die ersten Abo-Anfragen die Redaktion. Und es kommt noch dicker: Ab Dezember 2007 ist der F.L.O.H. nun endlich auch im Internet vertreten. Auf F.L.O.H. online sind alle Artikel der Printausgabe abrufbar und jeder Leser kann – gelobt seit die Interaktion – einen Kommentar zu den Beiträgen abgeben. Üppige Foto-Galerien geben Eindrücke wieder, die tausend Worte nicht beschreiben könnten. Und aktuelle Nachrichten halten den User auch zwischen zwei Heften auf dem Laufenden. Der Online-Auftritt ergänzt und unterstützt damit die weiterhin erscheinenden Hefte optimal in Aktualität und Reichweite.
Obwohl er keine Flügel hat, durfte der F.L.O.H. in diesem Jahr also einen Höhenflug absolvieren. Bleibt zu wünschen, dass dieser nicht mit einem Absturz endet. Sicherlich muss der F.L.O.H. nicht jedes Jahr so hoch springen, wie es 2007 der Fall war. Doch lebhaft sollte er bleiben. Und dafür können all jene sorgen, die etwas zu sagen, zu schreiben, zu berichten oder zu kommentieren haben. Denn es ist nicht nur alte Tradition, sondern vielmehr auch Freude und Spannung für jeden Leser, wenn es wieder heißt: „Hallihallo, der F.L.O.H. springt wieder ins Bild.“ Und sollte er weiterhin so erfolgreich bleiben, dann überlegen die Chinesen vielleicht sogar, den Floh tatsächlich in ihren Tierkreis aufzunehmen …
[Galerie nicht gefunden]Eine durchschnittliche F.L.O.H.-Ausgabe bestand im Jahr 2007 aus 37,14 Seiten, auf denen 9,29 Autoren 12,43 Beiträge veröffentlichten. Die durchschnittliche Zahl gedruckter Wörter belief sich auf 10.131,29, bestehend aus 56.163,86 Zeichen.
Ähnliche Beiträge:
» F.L.O.H. geht ins Internet | Dezember 2007
» Ein etwas anderer F.L.O.H. | September 2006
» Der F.L.O.H. wird weniger. | Oktober 2008
» Für ein Jahr in Bolivien | Februar 2007
» F.L.O.H Sonderausgabe zum Download | September 2009
![[Valid RSS] [Valid RSS]](http://floh.regio-wegweiser.de/wp-content/themes/magfloh/img/valid-rss.png)

