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Abenteuer in den Tiefen des SMJ-Archivs (5)
Für das historische Mittendrin – Treffen stürzte ich mich in die Tiefen des SMJ-Archivs (natürlich nur metaphorisch gemeint). Beginnend bei „A“ wie „Alte F.L.O.H. – Ausgaben“ durchwühlte ich sämtliche Unterlagen im Zusammenhang mit Sommerlagern der SMJ Regio Wegweiser, bis ich schließlich bei den sagenumwobenen, lange gehüteten und unter Verschluss gehaltenen Z-Akten ankam...
Ein kurzweiliger und zugleich einige Fragen aufwerfender Zeltlagerrückblick ist vom Zeltlager 1998 in Thalwenden erhalten:
>> Klein Rosi spielt mit seiner Gruppe : “Wer verliert den Zeltdurchgang ?”
Muskel und die Beuerschen – die Schmach des stinkenden Reisbauern
Kammerjäger unter uns : Klein Winni bekämpft, durch Sr. Blanca liebevoll mit Schwestergewand, Lederhandschuhen und Küchensieb (auf dem Kopf) eingekleidet und mit kochendem Wasser bewaffnet, das Wespenproblem im Kleinen Paradies
Der STULF – Kult oder die Pubertätskrise im ganzen Lager ? – Die Betroffenheitsanalyse
Klein Rosi : Man reiche mir einen Spaten, 2. Teil !!!
Don Barthez : Wer küsste meine Glatze ?
Mysteriös : Lagermannschaft spielt nächtliches Zelte rücken
Mi Padre Hans: Wallenstein forever … << (F.L.O.H. 7, Nov 1997)
Doch auch auf der Alp da Stierva gibt es einiges zu Erleben. Meist wird der Weg dorthin schon zu einem berichtenswerten Erlebnis, doch manchmal rächt sich auch ein zu vergessliches Gedächtnis:
>> …. um gemeinsam die Alp da Stierva zu besteigen. Aufbruch war morgens um 10 Uhr, als unser „Almöhi“ Schindler nach einer Nachtfahrt nach Jena und zurück mit zwei Kannen Kaffee im Blut zu uns stieß Begründung: Personalausweis vergessen. << (F.L.O.H. 10+11, Jan 2000)
>> Kreis Gichon auf der Alp: An jeder Autobahnraststätte erblassten die coolsten Porschefahrer vor Neid, denn tiefer als unsere Maschinen war selbst ein Porsche kaum zu legen. Unsere strammen Körpergewichte und die vielen Bierdosen perfektionierten diese Straßenlage wohl noch ein wenig. … dann bog das Auto gegen 20.00 Uhr in einer Höhe von 2073m von der schmalen, betonierten Bergstraße auf den Parkplatz der Alp da Stierva ein. Der alte Renault hatte es vorgezogen, im Wald 500m tiefer eine Verschnaufpause einzulegen. Ihm und seinem Kühlwasser war es ziemlich heiß geworden. << (F.L.O.H. 4, Nov 1997)
Für manch holde Geistlichkeit hielt die Alp neben meditativer Ruhe auch „höllische“ Quallen bereit ![]()
>> Es ist sicher nicht der Tag des großen bärtigen Paters aus Thalwenden, der eigentlich vom Bodensee stammt und schon mal mit Rudolf Scharping verwechselt wurde. […] Warum nur ist er in diese Wildnis vorgedrungen? Hatte er nicht genug einleuchtende Ausreden parat? War heute nicht der Festtag Maria Himmelfahrt?
Dann fiel es ihm wieder ein: der Lagerkoch und die hinkende Thüringer Frohnatur, die sich anscheinend nur zum Essen und Trinken auf der malerischen Alp aufhielt, hatten den Mann der Bibel mit seinen eigenen Waffen geschlagen: „Der gute Hirt ist dort, wo die Schafe sind.“, „Jesus stieg auf einen hohen Berg.“ und andere nicht weniger einleuchtende Bibelzitate ließen einen beschaulichen Feiertag, an den man mit einem Glas Wein in der Hand die Murmeltiere beobachtet zu einem Trip in die grüne Hölle werden. Und wieder standen sie vor einer grünen Wand – und wieder musste er sich durch das Unterholz hindurch kämpfen. Womit hatte er das nur verdient? […] << (F.L.O.H. 7, Oktober 1998)
Im Hajk 1991 heißt es:
>> … hier ist noch lange nicht Schluss, etliches noch kommen muss. Unser Martin steht nun hier und gibt jedem ein Papier. Jede Gruppe geht allein in die dunkle Nacht hinein. Keine Gruppe bleibt dahier, ach oh Gott, wo schlafen wir??? <<
Und ähnlich ist es mit all den vielen amüsanten Fundstellen aus einigen Jahrzehnten Zeltlager. Obwohl dieser Artikel bereits jetzt Überlänge besitzt, könnten locker noch einige Seiten mit gelungenen Gedankenergüssen von SMJlern gefüllt werden. Wen wundert es da also, dass allein die Fundstellen im ersten Konzept zu diesem Artikel über 18 Seiten fassten. Wer mehr zu über 20 Jahren SMJ-Lagergeschichte wissen möchte, ist eingeladen, weiter im Archiv der SMJ in Heiligenstadt zu recherchieren. Auch der Autor dieses Artikels konnte nach etlichen Stunden interessierter Recherchearbeit einen guten Überblick gewinnen und erzählt auch gern mehr zu interessanten Funden.
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