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Abenteuer in den Tiefen des SMJ-Archivs (3)

Für das historische Mittendrin – Treffen stürzte ich mich in die Tiefen des SMJ-Archivs (natürlich nur metaphorisch gemeint). Beginnend bei „A“ wie „Alte F.L.O.H. – Ausgaben“ durchwühlte ich sämtliche Unterlagen im Zusammenhang mit Sommerlagern der SMJ Regio Wegweiser, bis ich schließlich bei den sagenumwobenen, lange gehüteten und unter Verschluss gehaltenen Z-Akten ankam...

Aber, wie sollte es anders sein, am meisten heitere und humorvolle Gedankenergüsse von SMJlern fanden sich in den Beschreibungen des Hajks, den eine große Thüringer Zeitung vor Jahren als „traditionellen Mannesjugendlauf“ betitelte:

>> Da wir auf einem Hajk sind und auf keiner Butterfahrt, schlagen wir uns nun weiter auf dem Pfad durch die urwüchsige Wildnis. Schließlich geht es hier ums überleben und die Brenneseln sind mannshoch, also Vorsicht bei kurzen Hosen. << (Hajk – Kimö 1998)

>> Vergesst alle Spaziergänge und Wanderungen, die ihr bisher in eurem kurzen Leben kennengelernt habt. Dieser letzte Kimö-Hajk des aktuellen Jahrtausends wir alle euren schlimmsten Vorstellungen übertreffen. Tosende Stürme und meterhohe Wellen werden euch entgegen schmettern, glühende Sonne und brennend heißer Sand werden euch den Weg erschweren und Hunger und Durst werden ständiger Wegbegleiter sein. Auf den Spuren Thor Heyerdahls könnt ihr diese gewagte Expedition nur als Team bestehen, dass von Anfang bis zum Ende zusammenhält und zusammen leidet! << (Hajk – Kimö 1999)

>> … nach zwei „Anti-Auto-Pfosten“ kommt wieder ein Wegweiser… <<(Hajk – Kimö 1997)

>> … dieser Straße folgen wir bis zum bitteren Ende. Bevor ihr beim weiter geradeaus gehen nasse Füße bekommt, biegen wir lieber nach rechts ab. Neben der Straße befindet sich ein Fußweg, den wir aus gesundheitlichen Gründen auch nutzen. Da es nun eine ganze Weile im Schatten der Bäume immer geradeaus geht, ist die nächste Zeit zum Relaxen (sprich riläksn) gedacht. << (Hajk – Kimö 1998)

>> … tauchen dann auch noch einige Pappel vor euch auf, ist das toll und schön für euch. Sollte der See nun den Weitermarsch verhindern, warten unweit von eurer Position freundliche Menschen mit Fragen und Aufgaben an der 1. Station << (Hajk – Kimö 1999)

>> … so wanderten wir zum Beispiel einmal von einer Straße aus durch ein Stück Wald in ein Schilfgebiet hinein. In der Wegbeschreibung stand „… dort bahnt ihr euch den Weg durch …“ und als wir die Tortur hinter uns hatten stellten wir fest, dass wir genau an der Straße wieder rauskamen, an welcher wir 40 m vorher abgegangen sind. << (F.L.O.H. 13+14, Jan 2001)

>>… ob ihr auf der richtigen Seite seid, seht ihr, wenn ihr an ein eingezäuntes Gebiet kommt (dort werden Schafe und Hühner angebaut) << (Hajk – Thlw 2009 jüngere)

>>…[dann] macht der Weg eine Kurve und führt durch ein wenig bewachsenes Gebiet mitten im Wald.<< (ebenda) – Mhh, da hat wohl wer den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen! ;-) )

Besorgt wie immer, waren die Verfasser des Hajks auch immer um das Wohl der Teilnehmer besorgt:
>>… folgt dem Bach nun auf der rechten Seite bachaufwärts. Achtung, lasst euch nicht brennnesseln!!! << (Hajk – Thlw 2009 jüngere)

>> … und gehen einige Zeit gerade aus. Dabei halten wir scharf Ausguck nach einem Bunker am rechten Wegesrand. Wer nicht vorzeitig in die ewigen Jagdgründe ein gehen will, sollte aus Sicherheitsgründen jegliche Besichtigung unterlassen und stattdessen in den Sandweg linkerhand einbiegen. << (Hajk – Kimö 1995)

>>… etwas später ändert ihr die Richtung und schreitet rechts über die Eisenbahnbrücke, biegt augenblicklich nach links ab und lauft vor das Schild „Aussichtspunkt Mühlenberg“ (bitte nicht so doll). << (Hajk – Kimö 1999)

Ein Hajk zeichnet sich im Allgemeinen durch eine sehr präzise Beschreibung auf. Einige Prachtexemplare des Gleichen sind hier präsentiert:

>> Hier führt ein Weg entlang, dem ihr nach rechts folgt. Vorsicht vor tiefhängenden Zweigen! Nach einer Rechtskurve gelangt ihr an eine Kreuzung. Hier haltet ihr euch links zwischen Waldrand und Feld. Ihr solltet nun an einigen landwirtschaftlich-technischen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts vorbeikommen. Wenn nicht, hat der Bauer sie schon abgeholt. << (Hajk – Thlw 1997, Erfurter Lager)

>>Nach einigen Metern sehr ihr rechts auf dem Hügel ein Wasserhäuschen. Dort befindet sich die 2. Station. Sucht euch selbst einen Weg. << (Hajk – Thlw 2004)

>>… geht es links auf eine große Weide (Sollte dieser Weg mit einem Kuhzaun abgesperrt sein und ein Schild mit der Aufschrift „Vorsicht freilaufender Bulle! Lebensgefahr!“ am Zaun hängen, gehen wir natürlich nicht hier hinauf, sondern suchen nach einer anderen Möglichkeit, auf den Hang zu gelangen!!! << (Hajk – Thlw 2003)

>> 6. Station – Nun haben wir zum Abschluss noch die Aufgabe schnellstmöglich das Zeltlager zu finden, denn hier ist die 7. und letzte Station. << (Hajk – Kimö 1998)

Fortsetzung folgt…


Autor: Johannes Henning
Rubrik: mag » feature
Eingestellt am 23. September 2009
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