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Samstag, 02. September 2006. Ein normaler Tag? Sicher für manch einen, aber nicht für die Schönstatt-Mannesjugend der Regio Wegweiser. Wieso, mag man denken, Zeltlagervorbereitungen, Sterntreffen und all die anderen Treffen finden doch jedes Jahr statt. Also, warum ist an diesem Tag was Besonderes?
Von Weitem sieht das Jugendhaus ganz normal aus. Also doch kein besonderer Tag? Doch, beim näher Kommen sieht man am Eingang ein paar Plakate hängen. Was steht da? Abschiedsfest?
Vielen SMJlern wird es so gegangen sein wie mir. Ein eigenartiges Gefühl drängt sich einem auf. Das Haus, in dem man vieles erlebt hat, soll es nun nicht mehr geben. Ein trauriges Gefühl! In diesem betrübten Moment gibt es zum Glück das Abschiedsfest. Noch mal alte und neue Freunde treffen, sich an die vergangene Zeit erinnern und nicht zu vergessen, noch mal richtig feiern!
Gegen elf sollte es losgehen, schnell wurde hier und da noch etwas zurecht gerückt und sich nach dem anstrengenden Vorbereitungswochenende noch mal schnell frisch gemacht. Langsam, aber dafür stetig, stieg die Zahl der Gäste. Das Haus und der Platz vor der Kirche füllten sich langsam. Eine Stunde war schnell vergangen. Die ersten Gäste bekamen Hunger. Wie im letzten F.L.O.H. schon erwähnt, gab es (für die Vorbereitungscrew zum wiederholten Male) Erbsensuppe. Ähnlich den „Kochereignissen“ der letzten Tage lief auch diese Mahlzeit nicht problemlos ab. Da die verwendeten Hockerkocher für eine solch große Menge Suppe nicht geeignet waren, musste das Mittagessen immer weiter nach hinten verschoben werden und die hungrigen Mägen hungrig bleiben. Die nun entstandene Lücke füllte Jörg, von einem Geistesblitz getroffen, mit einem Soundcheck. Ein gewisses Grinsen konnte er sich dabei aber auch nicht verkneifen, weil er Bernhard dazu auserkoren hatte, die Testrede zu halten. Nach für Bernhard sicher unendlich langen Minuten sinnlosen Erzählens und unzähligen Mikrofonwechseln wurde er endlich erlöst. Man mag es kaum Glauben, aber durch Bernhards Rede verging die Zeit für die übrigen Gäste, unter ihnen auch Pater Michael, wie im Flug, sodass es im Anschluss das heiß ersehnte und inzwischen auch recht warme Mittagessen geben konnte. Doch nicht nur Pater Michael ließ sich die Erbsensuppe mit Würstchen in Thalwenden schmecken, sondern auch Pater Elmar und viele ehemalige SMJler und deren Freunde. Herzlich begrüßen konnten wir auch unseren Standesleiter Rainer M. Gotter, der es sich natürlich nicht nehmen ließ, an diesem bewegenden Tag in Thalwenden zu sein.
Wer kräftig feiert, muss sich auch kräftig stärken. Getreu diesem Motto gab es kurze Zeit später auch schon Kaffee. Die Nachfrage nach dem leckeren Kuchen war riesig, allerdings war dessen Menge so groß bemessen, dass wir uns am Sonntagnachmittag ein zweites Mal am leckeren Kuchen laben konnten.
Das Haus stand den ganzen Tag für unsere Besucher offen. In jedem Raum war eine Erklärung zur ehemaligen Nutzung zu finden. Einige Räume glaubte man kaum wieder zu erkennen. Sie sahen auf einmal so aufgeräumt und ordentlich aus, nicht so gemütlich wie sonst die Jahre.
Da die Post uns keine Sonderbriefmarke genehmigte, entwarfen wir einfach unsere eigene. Auch die Wall of Memories, an der die schönsten Erinnerungen an das Jugendhaus notiert werden sollten, füllte sich langsam, genau wie der Zeitstrahl, an dem jeder Erinnerungen an ein bestimmtes Jahr eintragen konnte.
Im Schatten des Falken, auf dem Weg zu (unserer Jugendhaus-) Oase war auch der tapferste aller Tuaregkrieger angereist und erzählte seine spannenden Heldengeschichten. Nur ließen die eigentlichen Zuhörer auf sich warten.
Extra zum Dankgottesdienst angereist war auch unser neuer Weihbischof Reinhard Hauke, der mit Pater Paul Graf, Pater Elmar Busse, Pater Michael Czysch und Pfarrer Trapp aus Thalwenden die Messe zelebrierte. Der Weihbischof erwähnte in seiner Predigt auch, dass mancher im Jugendhaus in Thalwenden seine Begabungen und Talente entdeckt habe. Auch an diesem geschichtsträchtigen Tag für die Regio entdeckten wieder einige neue Talente an sich, etwa bei der Kuriositätenversteigerung, bei der Dinge aus dem Jugendhaus versteigert wurden. Die Auktionatoren verstanden ihr Handwerk bestens. Etwa wurde einem anwesenden Pater, dessen Namen, Pater Michael, wir hier lieber verschweigen, so das Geld für ein selbstgebautes Segelschiff aus der Tasche gezogen, dass er sich bei einem anderen anwesenden Pater Geld leihen musste. Auch wurde einem Angehörigen der höheren SMJ–Leitung eine Beteiligung an der Auktion nachgesagt, von der er gar nichts wissen wollte. Wie es bei Auktionen nun aber einmal ist, konnte das ungewollte Gebot nicht mehr zurückgenommen werden, sodass ein gewisser R. G. fünf Euro für ein altes Warndreieck abgeben musste. Billiger kam da ein gewisser Christoph N. weg, dem es zehn Cent wert waren, ein altes Trabbi–Warndreieck eigenhändig auf einem in der nächsten Woche bereitstehenden Container zu werfen.
Auf der Bildfläche erschienen auch mehrere Personen mit T- Shirt, dessen Aufdruck von einer gewissen älteren Dame missverstanden wurde. Besonders zu erwähnen ist hier Sebastian H., der es mit dieser älteren Dame zu tun hatte.
Wie es nun einmal bei einer richtig guten Feier ist, verging die Zeit bis zum Abendbrot rasend schnell. Natürlich gab es SMJ typisch Bratwurst und Steaks, aber nicht wie sonst mit Reis, sondern diesmal mit Brötchen. Herzlichen Dank auch an Claudia und Stephan, die den ganzen Nachmittag und Abend unsere Gäste mit (professionellen) Cocktails versorgten und die Bar in der alten Werkstatt zum allerletzten Mal ihrer eigentlichen Funktion zuführten.
Um 21.00 Uhr war dann der Zeitpunkt der Abschiedszeremonie gekommen. Die Fackeln wurden entzündet und unser Diözesanführer Bernhard sprach noch ein paar bewegende Worte, bevor es, ohne das eigentlich geplante Feuerwerk, auf den Weg zum Kleinen Paradies nach Heiligenstadt ging. Im Kleinen Paradies empfing uns bereits Pfarrer Jacob, der uns symbolisch die Schlüssel für unsere neue Heimat in Heiligenstadt überreichte.
Nach der Rückfahrt nach Thalwenden fand dort die eigentliche Abschiedsparty bis spät in die Nacht statt. Ein weiterer Höhepunkt am späten Abend war die Vorpremiere des neusten Fight Club Films „Es lauert im Jugendhaus“. Durch die späte Nachtstunde und wohl ein paar Bierchen zu viel bekamen ein paar Zuschauer noch nicht einmal den Namen des Fight Club Blockbusters mit. Aufmerksam wie immer aber war unser Diözesanführer Bernhard, der später sogar im Forum der Regio Wegweiser wettete, der Film hätte garantiert einen Namen, sonst hieße er [der Diözesanführer; Anm. d. R.] Stöber. Zum Glück gewann er diese Wette und konnte seinen alten Namen behalten.
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