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Eigentlich war an diesem Wochenende nichts besonderes, im Vergleich zu anderen Boots-Wochenenden. Die Boote wurden aus der Scheune geholt und zum Bootshaus gebracht. Der Miri wurde der alte Kitt entfernt, neuer reingemacht, mit „Antifowling“ bestrichen und versenkt. Und zwischendurch was zum Essen und im Baumarkt eingekauft. Aber eigentlich gleicht nichts dem anderen. Und so hab ich überlegt, was dieses Wochenende so einzigartig, was den Unterschied zu allen anderen Bootswochenenden macht.
Wobei ich erst mal gestehen muss, dass dies mein erstes war und ich keinen Vergleich habe, kurz: Spekulation nicht ausgeschlossen. Jedoch bin ich mir sicher, dass man es sich nicht nehmen lässt, wenn die Boote am Wasser liegen, ne kleine Runde zu drehen und nebenbei zu sehen, dass das Loch, welches man vorletztes Jahr gebuddelt hat, eingebrochen und nur noch halb so tief ist. Oder, dass die Original-Antifowling-Farbe, schwarz, teils freigelegt wurde und auf den letztjährigen blauen Antifowling- diesmal ein roter Anstrich folgte. Und die Unterbodenleisten; mit den alten verglichen, sind die neuen so stabil, dass sie noch Jahre dran bleiben könnten.
Aber jetzt mal zu Vorkommnissen, die niemand vorhersehen kann, die aber immer passieren. Fange ich mal bei mir an. Ich hab mich ziemlich spät entschieden, erst Samstag zu kommen und mit dem HoppelExpress von Heiligenstadt nach Kirchmöser zu reisen, wobei ich während der Zugfahrt nach Heiligenstadt erfahren hab, dass Sebastian mich schon um sieben Uhr abholen wollte, anstatt wie geplant acht Uhr. Drei Stunden später die SMS: „Ich komme dreiviertel acht“, was er dann am Samstag auch machte, jedoch sollte er noch was mitnehmen und wie es so kam mit Sachen suchen, einpacken, Schwester treffen, … , sind wir dann neun Uhr los. Oder der Kit: Drei Packungen wurden gekauft, es reichte nicht und nach einer zweiten Baumarktfahrt gab’s drei weitere, die sich aber lieber verkrümelten, als in die Fugen zu passen.
Es hat geregnet und der Wind hat die Stangen vom Pavillon teils auseinander geweht und die Plane schief gezogen. Die Promi ist theoretisch immer dicht, hatte ein Loch, aber keine Gefahr. Und beim Grillen gab’s nach dem Abendrot (nicht -brot) in der Ferne mehrere Feuerwerke zu sehen. Johannes ist Sonntag in aller Frühe schon los zur Firmung (nicht seine eigene). Die Abfahrt der später Aufstehenden war, wie üblich, etwas später als angedacht und aus der Absprache, beim nächsten McDonalds was zu essen, wurde der zweitnächste, was auch an der, ähm ja, gewöhnungsbedürftigen Fahrweise der Polizei lag, andererseits hatten die Walkie-Talkies bereits vor der Autobahn keinen Saft mehr.
Nach der dann gelungenen Ausfahrt beider Autos unserer Gruppe bei einem McDonalds und der kleinen Stärkung vor Ort trennten sich die Wege der beiden Autos. Georg fuhr Christof und mich nach Hause, Sebastian fuhr Frank. Wir wurden von zwei Ferraris begleitet, einen hat Georg überholt, danach sind sie, ich weiß nicht wie schnell, an uns vorbei gezogen. Ein paar Minuten später lag ein kaum zu übersehendes Autoteil auf der mittleren Spur und der nächsten Kurve folgte ein Stau, aber Schutzengel sei Dank, wir sind keinem und uns ist keiner aufgefahren. Danach war es nicht mehr so aufregend, ich hab auch etwas geschlafen und nicht alles mitgekriegt.
Christof kam heil und sicher in Arenshausen an, wir haben uns ziemlich schnell verabschiedet. In Heiligenstadt haben Georg und ich das Auto leer gemacht und bei der Schwester Kaffee getrunken. Ich war dann dreiviertel sechs zu Hause, anderthalb Stunden, bevor ich wieder nach Eschwege musste, Fahrt nach München – Spontanbesuch. Wie schon mehrfach erwähnt, eigentlich, sieht das jeder anders. Was für mich wichtig ist, kann für andere so interessant sein, wie einer Spinne beim Netzbau zuzusehen, was für Arachnophobiker der Horror oder für andere einen Wink mit nem Besen bedeutet. Ich hab mal ner Kreuzspinne ne halbe Stunde dabei zugesehen, was nicht heißen soll, dass ich in Kirchmöser nur Spinnen bei der Arbeit zugesehen hätte.
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