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Indianerlager 2010 – „Du, im Auge des Adlers“
Unter dem Motto „Du – im Auge des Adlers“ trafen sich zum diesjährigen SMJ-Zeltlager 29 junge Indianer im Alter von 10 bis 13 Jahren am 8.7.2010 und bezogen Quartier im berüchtigten Wiesental. Die Krieger kamen von weither angereist, ob von der Iberischen Halbinsel, den bayrischen Wäldern oder dem dünnbesiedelten brandenburgischen Plateau. Angeführt vom Lagerhäuptling Josef Tasch, sowie 6 Stammesführern, verbrachten und durchstanden sie 10 Tage gemeinsam.
Weiterhin sorgten 3 Indianer für das leibliche Wohl, außerhalb befanden sich immer zwei des Betreuerstabs auf der Jagd nach etwas Essbaren und anderen lebensnotwendigen Dingen, wie z.B. Toilettenpapier, in den Weiten des Eichsfelds. Dabei nahmen Sie täglich mehrere Kilometer auf sich, nur um die Versorgung der Krieger im Lager zu gewährleisten. Jene labten sich an dem reichhaltigen, würzigen und leckeren Essen der, zum Glück, immer einsatzbereiten Küche, um im Vollbesitz ihrer physischen und psychischen Kräfte zu bleiben. Diese Kräfte beanspruchten die „Listigen Füchse“, die „Alboriginies“ oder die „Adlerschwingen“ für die Instandhaltung des Lagers und dessen Verteidigung. Dafür wurden jeden Morgen die 8 Zelte gesäubert und deren Umfeld präpariert und sämtliche Bauten erstellt. Sehr beliebt in der Kultur der Stämme waren dabei Mülleimer, Wäscheleinen und Brücken über dem, in diesen Tagen, trockenen Flussbett am Zelt. Der Lagerhäuptling „Schneller Fuchs“ beäugte und bewertete dabei die Ergebnisse mit dem strengen Blick eines Adlers. Hierbei zeigten die „gefürchteten Blutadler“ ihr Geschick und lies im Wettbewerb den anderen Stämmen keine Chance.
Um für anstehende Herausforderungen, Feste und Rituale gewappnet zu sein, bastelten sich die Indianer aus Leder und anderen Stoffen Kleidung, Schmuck und Waffen. Zudem gab sich jeder einen Namen, gemäß seiner Fähigkeiten, Leistungen und seines Charakters. 3 mal am Tag trafen sich dann alle Stammesangehörigen, wie „4 Büffel“, „schlauer Fuchs“, „Gebrochenes Deutsch“, „Eine Niere“ oder „Schöner Pfau“ zur Lagerrunde am Lagerfeuer. Dabei wurde oft gesungen, gespielt oder spannenden Geschichten aus der Prärie des ebenfalls anwesenden geistlichen Betreuers Rainer gelauscht.
Der Abschluss jedes Tages bildete, wie gewohnt, das Ritual des Abendgebets mit dem Lobeshymnus und der Weihe an die Gottesmutter, die die Krieger jede Sekunde auf Schritt und Tritt begleitet, sowie der traditionelle 9-Uhr-Segen, der die Kriegergemeinschaft und die ganze (SMJ-)Welt miteinander verbindet.
Die Stämme sahen sich jedoch auch mehreren Gefahren ausgesetzt. Ob am Tag die hoch stehende Sonne, die auf die Häupter der Indianer prallt, plötzlich eintretender heftiger Regen, der die Krieger zur Flucht in ein nahegelegenes Obdach zwingt, das ihnen die örtliche Feuerwache gewährt und die Bremsenschwärme sowie Zecken, die sich an der Krieger Blute labten.
Die im Wiesental kampierenden Indianer mussten sich jedoch auch gegen Krieger anderer Stämme verteidigen und durchsetzen. Die Nachtwache hatte dabei jede Menge zu tun. Schon in der ersten Nacht wurde das Lager durch Fremde angegriffen und ausgeraubt. Weitere zwei Male drangen Indianer fremder Stämme ein und raubten u.a. die für das Frühstück unerlässliche Nutella.
Einen großen Höhepunkt stellte das WM-Endspiel am Kap der guten Hoffnung dar, dass die Indianer als Freunde der auch anwesenden iberischen Krieger gegen die Niederländer, live im Dorf Thalwenden verfolgten. Tags darauf, am „Tag der Jungs“ ertüchtigten sich die Mannschaft der Jungs gegen die Helfer. Mit einem sagenhaften und nie für möglich gehaltenen 13:1-Sieg fegten dabei die Helfer die Jungs vom Platz und ergatterten sich den Pokal.
Nach wenigen Tagen war der Lagerhäuptling eines Morgens verschwunden. Er wurde von den feindlichen Cowboys gefangen genommen und in eine Ranch verschleppt. Zum Teil orientierungslos und in den Stämmen gespalten irrten die Krieger in einem Hajk mehrere Stunden in der prallen Sonne durch Heiligenstadt und dessen Umgebung. Zum Glück kamen alle unversehrt nach den langen Fußmärschen mehrere Kilometer von Heiligenstadt am Abend auf der Ranch an, nahmen ihre wohlverdiente Mahlzeit ein und ruhten eine Nacht. Jedoch war ihr Lager-Oberhaupt immer noch wie vom Erdboden verschluckt. Am folgenden Tag wurde durch unerwartetes Erscheinen von Bauarbeitern auf der Ranch die weiteren, kräftezehrenden Fußmärsche früher als geplant begonnen. Nach weiteren Stunden Wandern trafen alle Krieger im Uderschen Freibad ein, wo sich auch, zur Freude aller, ihr wieder freigelassenes Oberhaupt befand, und erholten sich von dem anstrengenden Hajk.
Im Lager heimgekehrt konnten die Indianer ihre Fähigkeiten und Kräfte bei der Olympiade unter Beweis stellen, in dem u.a. ein „Anschleich-Parcours“ aufgebaut wurde, Feuerwasser getrunken werden konnte und Büffel gejagt wurden. Das beste Team stellte hierbei der Stamm der „Alboriginies“. Auch die Nachtwanderung stellte eine große Herausforderung und Mutprobe für die jungen Indianer dar; dennoch kehrten alle unversehrt, wenn auch müde, in das Lager zurück.
Mit der Liebesbündnis-Feier und einem Abschlussgottesdienst am Sonntag neigten sich die 10 Tage Zeltlager dem Ende zu. Nach dem Kuchenbuffet kehrten die jungen Krieger in ihre angestammte Heimat zurück und hinterließen viele aufregende Erinnerungen. Auch nächstes Jahr wird wieder das Wiesental unsicher gemacht. Wir hoffen auch dann wieder, die Mehrzahl der jungen Indianer begrüßen zu können.
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