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Hoch hinaus

-Grenzerfahrungen im Norden Berlins- | Jugendliche, die gerne in Bäumen abhängen. Eine Wildschweinjagd bei Nacht. Und zwischendurch eine Verschnaufpause im Kapellchen. Wo gibt’s denn sowas? fragt sich der Leser. In Frohnau natürlich.

Es war Ende Oktober. Der Herbst malte die letzten Blätter bunt, während der Wind das trockene Laub schon scharenweise von den Bäumen sammelte.

Das Wochenende startete allerdings mit Nieselregen. Dafür sah das Betreuungsverhältnis (zeitweise 1:1) deutlich besser aus. Neben Mattias und mir, Ludwig, waren SMJler der älteren Riege mit von der Partie. Bernhard S. war als SBI-Beauftragter zufällig gerade in Berlin unterwegs. Mit seinen Erzählungen über das ehemalige Bergbauwesen im Norden Berlins sorgte er bei der nächtlichen Wanderung durch den Wald für die passende Atmosphäre. Die Legende vom Kupferminenmann hinterließ einen bleibenden Eindruck.

Mut beweisen, eigene Grenzen kennenlernen. Das war auch das Motto des nächsten Tages. Denn es sollte hoch hinaus gehen. Benedikt, der Wahl-Mecklenburger von der SMJ-Augsburg hatte seine Kletterausrüstung samt Slackline mitgebracht.

Doch bevor es in die Höhe ging, war nachdenken angesagt. Wo habe ich schon mal meine Grenzen erfahren? Wie viel traue ich mir zu?

Nun konnte jeder austesten, welche Anzahl Kästen er zu stapeln – und hochzuklettern in der Lage war. Entscheidend sollte nicht sein, wer die meisten schafft. Vielmehr ging es darum, ein Gefühl für die eigenen Fähigkeiten zu bekommen.

Für diejenigen, die es interessiert: der Rekord lag bei 20 Kästen. Aus Sicherheitsgründen bauten wir den Turm nicht höher. Das Kapellchen hätte sonst einen Dachschaden davontragen können!

Sichtlich geschafft vom vielen Turnen, Klettern, In-den-Seilen-hängen und Slackline-laufen war die Freude groß, als sich der Pizza-Video-Abend näherte. Die Pizza machten wir freilich komplett selber. Mit müden Gliedern und gefüllten Bäuchen schauten wir uns „Peaceful Warrior“ an. In dem Film lernt ein Profi-Turner nach einem schweren Unfall sich selbst und seine Grenzen besser kennen. Auch Themen wie der Sinn des Lebens, Liebe und gutes Essen werden aufgegriffen. Am besten selber schauen. Sehr empfehlenswert!

Und als hätte der Frohnauer Pfarrer von unserem Wochenende gewusst, griff er am Sonntag in der Messe unser Motto auf.

Ein rundum gelungenes Wochenende.

Leider endete es, wie es begonnen hatte: im Nieselregen Berlins.


Autor: Ludwig Hildebrand
Rubrik: life » report
Eingestellt am 18. November 2010
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