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Expedition der Kuriositäten

Unter dem Thema „In zehn Tagen um die Welt“ fand vom 2. bis 11. August das Inselcamp im brandenburgischen Kirchmöser statt. Ein Bericht über ein Zeltlager, das man für ein „Relax-Wochenende“ halten könnte – was auch gut so war.

Kiehnwerder, die Insel deiner Träume … Versteht man erst, wenn man dort im Zeltlager war. Und für alle, die noch nicht da waren oder wissen wollen, was da so gemacht wurde, hier ein Überblick.

Der Zeltlagerplatz liegt mittig an der Westküste Kiehnwerders und ist sehr ruhig gelegen (ruhig – die Nachbarn sind weit weg). Wassergasse mit Steg am Sandstrand. Volleyballfelder sind gut und schnell erreichbar. Sanitäre Anlagen mit teils zeitlich bedingten Ortswechseln direkt am Platz. Zeltnischen mit teils vorgezogenen Gräben vorhanden.

Nun zum aufregenderem Teil. Diesmal waren es 18 Wagemutige, die es auf diese Insel verschlagen hatte. Expeditionsleiter Georg, Gruppenführer Jonathan und Nobbi, Seelsorger Pater Thomas, Smutje Thomas, Nachschubeinheit Ritty und Johannes sowie 11 Expeditionsteilnehmer: Christian, Christoph, Clemens, Johannes, Klemens, Konrad, Mattias, Michael, Oliver, Tobias und Thomas (in alphabetischer Reihenfolge). Am ersten Abend wurde die Mannschaft gleich mit Wasser begrüßt, in Form von einem Platzregen, der den Platz in eine Riesenpfütze verwandelte und ihn mit kleinen Pausen bis zum folgenden Morgen immer schön nass hielt. Das wär ja nicht so schlimm gewesen, wenn man vorher genug Zeit gehabt hätte, tiefe Gräben um die Zelte zu ziehen oder andere Zeltlager-Tricks anzuwenden. Aber so guckte das Wasser in die Zelte und was in ihnen war.

Aber was wäre das für ein Expeditionsteam, das sich von Wasser abschrecken lassen würde. Und so schnell, wie das Wasser kam, verschwand es auch. Die Wolken wurden immer weniger und die Sonne immer spürbarer. Die Temperaturen nahmen täglich zwei, drei Grad zu und man konnte sich im Wasser nen Sonnenbrand holen (fast). Wer nicht in den See wollte, konnte sich in der Dusche duschen, auf dem verlängertem Steg Füße ins Wasser halten oder auf dem Floß versuchen, trocken zu bleiben. Aber man konnte ja auch Volleyball spielen. Man wird nur etwas dreckig, entweder vom feuchten Sand, oder vom Schwitzen und dem Sand.

Das hört sich alles nach nem „Relax und Sport“-Wochenende an, aber es war ein Zeltlager. Wir wurden jeden Morgen zuerst von „Aloa he“ geweckt, wurden von Fanny van Dannen den Tag über musikalisch begleitet und wurden von Gabriel Burns in den Schlaf geschockt. Frühsport hatten wir, glaube ich, jeden Tag, Morgen- und Abendgebet wie gehabt; Frühstück, Mittag, Abendessen; Gruppen- und Abendrunden, Zeltlager-Buch – Na gut, das mit den Mücken und dem Pumpen war nicht ganz so normal. Aber wenn jemand von Mücken totgestochen werden würde oder sich jemand totgepumpt hätte, würden wir es längst gemerkt haben. Eigentlich ist ein Zeltlager auf Kiehnwerder schon was anderes. Man könnte jeden Tag schwimmen gehen, Volleyball spielen, nen Streifzug durch die Insel machen, sich ne BassSpinne (namens Ursula) zulegen, wunderbare Sonnenuntergänge bestaunen, dem Sand beim Trocknen zusehen, sich mit Autan einschmieren und trotzdem tausende Mücken zerklatschen, ewig duschen, ewig pumpen oder in ner Hängematte liegen und Radio hören …

Das hat schon was für sich.


Autor: Jonathan Hesse
Rubrik: life » report
Eingestellt am 29. September 2007
Zuerst veröffentlicht in Ausgabe 31, September 2007
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