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Erlebnisse rund um den Weltjugendtag – direkt aus Down Under
Für alle die nicht beim Weltjugendtag waren hier ein sehr interassanter Bericht direkt aus Australien.
Seit mehr als 2 Monaten ist der Weltjugendtag in Sydney nun vorbei. Viele Millionen Jugendliche verfolgten den WJT live in Australien genauso wie „live“ in Deutschland vor dem TV.
Kerstin Heckrodt, aus der Schönstatt-Jugend im Bistum Erfurt, verbringt zur Zeit ihre Aus(lands)zeit in Australien und war bei den Vorbereitungen zum WJT im australischen Schönstatt-Zentrum dabei. Auch die Atmosphäre des WJTs durfte sie direkt in Australien genießen. Von ihren Erlebnissen Down Under berichtet sie nun:
Ja, der Weltjugendtag ist jetzt schon wieder einen Monat rum, so schnell vergeht die Zeit. Es kommt mir gar nicht so vor. Der WYD ist vorbei und so langsam geht auch meine Zeit hier zu Ende. Im November, genauer am 17.11.08, werde ich mir wieder den deutschen Sternenhimmel anschauen können.
VORBEREITUNGSZEIT AUF DEN WJT
Ende November 07 hat mein Abendteuer „Down Under“ begonnen. Wir als Schoenstattbewegung Australien waren in verschiedenen Bereichen aktiv:
- Spirituality Centre in der Stadt
- Animation der Katechesen während des WYD08
- Vocations Expo (eine Expo aller (vieler) kirchlichen Bewegungen) fast wie ein kleiner Wettbewerb
- Adoration Tent in Randwick (Anbetungszelt auf dem „australischen Marienfeld“:-), für alle die, die in Köln dabei waren oder etwas im Fernsehen gesehen haben)
- Jugendfestival auf Mt Schoenstatt zwei Tage später
Im Kernteam waren wir drei deutschen Mädels und drei Schwestern. Rundherum gab es dann noch die Schönstattjugend vor Ort, sowie viele freiwillige Helfer der Schönstattbewegung. Als Kernteam haben wir uns aufgeteilt und ich war mit im Team vom Spirituality Centre (SC) + Adoration Tent.
kurze Erklärung SC: Wir wollten in der Stadt ein Zentrum haben, wo sich die Internationale Schönstattjugend treffen kann und wo man mehr über Schönstatt erfahren kann.
Das war unser Plan und nun ging es ans Praktische.
Das Weltjugendtagsbüro machte es bis kurz vorher (3/4 Wochen) spannend. Erst da bekamen wir gesagt, wo wir in der Stadt zu finden sein werden. Zuerst war es ein Zelt, dessen Maße sich von Woche zu Woche änderten und wir immer wieder neu planen duften. Zu guter Letzt bekamen wir ein kleines Zentrum zugeteilt. Mit einer kleinen, echt schönen Kapelle (St Pauls Chapel) und einer Garage, die wir für unsere Cafe Area gut nutzen konnten.
Die Zeit bis wir den Ort etc. mitgeteilt bekamen, vertrieben
wir uns mit anderen, echt interessanten Dingen.
- Postkarten . Banner . Flyer . Broschüren etc. gestalten (an dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an Annika, Freundin von meinen Bruder, die uns von Deutschland aus echt viel dabei geholfen hat und immer auf unsere Wünsche eingegangen ist. Vielen Dank!)
- Power Point Präsentationen
- Programm der drei Tage erarbeiten
- und vieles mehr
Das hört sich vielleicht im ersten Moment wenig an und ist auch schnell hingeschrieben, aber es war echt eine Menge Arbeit. Doch ich muss sagen, es hat mir wirklich Spaß gemacht. Ich habe mich in vielen Dingen ausprobieren können. Viele meiner Ideen wurden Wirklichkeit. Wir alle zusammen hatten auch viele verrückte Ideen, wo wir im Nachhinein Tränen gelacht haben, doch was am Ende bei raus gekommen ist, ist echt gut geworden. Es war für mich eine gute Erfahrung, bei einem Projekt von Anfang an dabei zu sein, Verantwortung zu übernehmen, einfach „mittendrin“ zu sein.
WYD08 WEEK – BESCHREIBUNG DER LETZEN WOCHE VOR DEM WELTJUGENDTAG…
Wenig Schlaf - ständig am überlegen, was noch fehlt – mindestens eine Tasse heiße Zitrone mit Honig am Tag, die letzten Dinge bei den Druckereien abholen – im Haus waren schon die ersten Pilgergruppen angekommen, z.b. eine dt Gruppe (160 insgesamt) – To do Liste für den nächsten Tag wurde immer länger, da ich die dinge vom aktuellen Tag übertragen musste…
DER SONNTAG DAVOR
Nach der Messe um 7 Uhr am Morgen haben wir angefangen zu packen, das hatten wir eigentlich schon die ganze Woche vor, doch auf den letzten Drücker macht’s doch mehr Spaß. Das war echt ein Tag. Vor lauter Kisten und Kartons ist man irgendwann nur noch mit akrobatischer Hochleistung zur Tür herein gekommen. Nach einem letzten Blick auf unsere Checkliste, lag ich nach Mitternacht im Bett. Zu kurz war auch diese Nacht,…
MONTAG, 14 JULY 08
…denn um 6.20 Uhr war der Aussendungsgottesdienst im Kapellchen. Nach einem guten Frühstück musste alles in Autos und Transporter gepackt werden und dann ging es, viel später als geplant:-), Richtung Stadt. Ein Auto zur Vocations Expo, die anderen zum SC und das ganze Spiel fängt von vorne an (nur eben rückwärts:-)) denn all die schön beschrifteten Kisten durften wieder ausgepackt und das Material platziert werden. Das hab ich, auch wenn ich echt kaputt war, gerne gemacht. Denn an diesem Punkt, fing alles an, Wirklichkeit zu werden.
DIENSTAG, 15 JULY 08
Weiter ging’s mit dem Set up im Spirituality Centre, während die anderen mit den Katechesen Proben in einer anderen Kirche in Sydney beschäftigt waren.
Am Nachmittag machten wir uns alle auf zur Eröffnungsmesse nach Barangaroo (Sydney). Durch einen kleinen Fehler bei der Registrierung vom WJT Büro hatten wir glücklicherweise VIP Plätze bekommen. Das hieß wir hatten Stühle, mussten also nicht stehen und für jeden gab’s ein Wasser und nen Müsliriegel. Vor der Messe gab es verschiedene Statements und eine der Schwestern hier
(Sr.M. Luka) hat über den Weltjugendtag und ihre Erfahrungen dort erzählt. Leider hab ich das verpasst, da ich mit einer kleineren Gruppe von uns nachgekommen war. Als wir kamen hatten Aboriginal People einen Tanz vorgeführt und danach begann die Messe bei Sonnenuntergang am Wasser.
Von der Messe kann ich leider nicht mehr so viel wiedergeben:-), war echt müde gewesen. Doch es war eine schöne Eröffnung des WYD08 in SYDNEY. Es hat mich an die Eröffnungsmesse in Köln erinnert. Genau 3 Jahre her. Ich hätte damals nie gedacht, dass ich beim nächsten WJT dabei sein werde und dann auch noch so weit weg.
Nach der Messe versuchte nun jeder (eigentlich „nur“ jeder sechste) an das Abendbrot zu kommen. Bei 1000den von Pilgern ist das echt hart und wir entschieden uns, den McDonald Gutschein auszunutzen und machten uns auf den Weg.
MITTWOCH, 16 JULY 08
1. Katechese
An diesem Tag war unsere erste Katechese die wir animieren durften. Das Thema der Katechese wurde durch eine Einleitung von uns den Jugendlichen näher gebracht, bevor der Bischof einen Vortrag zum Thema der Katechese hielt und danach die Jugendlichen dem Bischof Fragen stellten. Es folgte eine gemeinsame Hl. Messe und dann gabs Mittag und das Tagesprogramm ging weiter.
SC:
Um 14Uhr wurde dann unser Spirituatlity Centre eröffnet. Auf den oberen Level, wo die Kapelle war, gab es mehr den spirituellen Input, Anbetung und hier und da ein Eckchen wo man einfach mal relaxen konnte. Unten war die Cafe Area. Hier konnte man sich künstlerisch betätigen, einen kleinen Shop gab es (z.B. mit den Postkarten, die wir neu entworfen haben und vielen anderen Dingen), verschieden Gruppen haben über die Themen des Tages eine kleine Präsentation gemacht und es gab Workshops. Als ich an diesem Tag in die Hauskapelle kam, hatte eine Schönstatt Gruppe von Canada gerade die Anbetung gestaltet. Als ich kam, dachte ich, sie haben eine CD laufen, so schön hat sich die Musik angehört, doch sie haben selbst gesungen. Wow, das war für mich ein Moment, wo ich mal relaxen und einfach nur da sein konnte.
DONNERSTAG, 17 JULY 08 – Pope Arrival
Auf ging’s, die gleichen Straßen wie zur Eröffnungsmesse, also kannten wir den Weg schon ein bisschen. Von den Katechesen sind wir nach dem Lunch aufgebrochen. Damit das ganze ein wenig schneller voran geht, haben wir uns in kleine Gruppen aufgeteilt und wollten uns dann in Barangaroo treffen. Ich war in der Gruppe mit Sr. M. Julie. Sie ist eine junge Schwester (Novzin) hier aus Sydney. Es war echt gut, dass wir sie dabei hatten. Ich hatte das Gefühl, jeder hier in Sydney kennt sie. Sie hat es geschafft, dass wir fast immer und überall durchgekommen sind. Auf dem Weg zu Barangaroo hatten wir einen persönlichen Guide, damit wir auf schnellstem Wege ankommen.
Dann hieß es: Warten bis der Papst kommt:-)! Auf dem Bildschirm hat man das Boot schon gesehen, auf dem er ankommen wird. Als die Stimmen immer lauter und die Fahnen auf dem Platz immer mehr wurden, rückte das Boot immer näher. Da ich nicht eine von den Größten bin, hab ich das Boot leider nicht (live) sehen können. Doch als er dann auf die Bühne kam, hatte ich einen guten Blick auf den Papst. Wir hatten echt gute Plätze, ziemlich weit vorne. Nach Begrüßung und Rede ist er dann mit dem Motorcade durch die Reihen gefahren und direkt an uns vorbei. Zwei Meter oder so, war er weg.
Way back
Gegen halb sechs haben wir uns alle auf den Weg zum SC gemacht, da viele von uns beim nächsten Programmpunkt dabei waren. Barangaroo und SC waren echt eine Ecke auseinander. Ich dachte wir kommen nie rechtzeitig an. Doch, man vergesse nicht, wir haben ja Sr. M. Julie. Man lässt sie ein paar Minuten alleine und schon bekommt man einen privaten Escort von zwei Fahrrad fahrenden Polizisten quer durch die Stadt, zu unserem Ziel. Durch abgesperrte Straßen, angehaltene Pilgermassen, fühlten wir uns schon echt wichtig.
FREITAG, 18 JULY 08
SC
Das war unser packing day. Am Abend hatten wir kein großes Programm mehr und aus organisatorischen Gründen musste alles schon wieder schön verpackt werden.
„Jesus came and visit us“ Ja, während ich so aufräumte und von hier nach dort lief, warf ich einen kurzen Blick nach draußen in den Garten und sah einen jungen Mann. Ich dachte, wir haben doch gar nicht auf. Kurz darauf wurde ich schlauer. Ich wurde der Hauptrolle des späteren Kreuzweges durch die Stadt vorgestellt. Dem Darsteller von Jesus. Wer ein bisschen davon mitbekommen hat, am Nachmittag gab es einen großen Kreuzweg durch Sydney, echt beeindruckend. Und der Hauptdarsteller hatte sich unser Zentrum ausgesucht, um sich auf seine Rolle noch mal vorzubereiten und einfach noch ein bisschen Ruhe zu haben. Super! Ich konnte leider nicht am Kreuzweg teilnehmen, hab eine Station im Fernsehen gesehen, aber ich kann wenigsten sagen, dass ich „Jesus“ persönlich getroffen habe:-).
Covenant of Love Celebration
Unser Programmpunkt am Abend war die COL Celebration. Unser Treffpunkt war im Hyde Park, von dort aus ging es in einer Prozession zum SC. Ich dachte, es kommen bestimmt nicht viele, denn das offizielle WYD08 Programm ist schon echt vielfältig. Doch so nach und nach fanden sich immer mehr an unserem Treffpunkt ein. Zur kurzen Erklärung: Der 18. jeden Monats ist für uns Schönstätter der Bündnistag und da der 18. des Monats mitten in die WYD08 Woche fiel, gab es eben etwas Besonderes. Ich weiß nicht, wie viele wir am Ende waren, aber mich hat es echt erstaunt. Mit dem MTA Bild vorweg, sind wir durch den Hyde Park, der voll mit WYD08 Pilgern war, gezogen.
Randwick – Night Vigil
Wir hatten eins aus vier Anbetungszelten in Randwick Racecourse. Um unsere Sachen dort hinzubringen wurde uns ein Truck versprochen. Der kam bis kurz vor Mitternacht nicht, also entschieden wir uns, mit zwei Autos reinzufahren. Ob das vielleicht die falsche Entscheidung gewesen ist, bleibt unbeantwortet. Denn …
Ich will jetzt nicht die ganze Geschichte erzählen, aber wir waren morgens um 6Uhr erst wieder zu Hause. Ich sag euch, das war eine Nacht. Nach Frühstück, man kann’s auch spätes Abendbrot nennen, fiel ich um halb acht ins Bett. Gegen 13 Uhr war meine „Nacht“ vorbei.
SAMSTAG, 19TH JULY 08
Nach ein paar Stunden Schlaf am Nachmittag/Abend gings weiter im Anbetungszelt in Randwick. Dort gestalten wir, mit Hilfe anderer Schönstattgruppen, die ganze Nacht Programm/Anbetung. In dieser Nacht hatte ich zwei Stunden Pause, konnte aber nicht wirklich Schlafen, war echt kalt gewesen.
SONNTAG, 20TH JULY 08 – Abschlussgottesdienst mit dem Papst
Um zehn Uhr begann der Gottesdienst. Gesehen hab ich ihn nur auf dem Bildschirm, wir waren zu weit weg. Nach der Messe versuchte natürlich jeder nach Hause/zur Unterkunft zu kommen. 400 000 Menschen waren auf diesem Platz, das macht es natürlich noch schwerer raus zu kommen. Doch Dank Sr. M. Julie hat auch das perfekt geklappt. Da hält man einfach mal die ganz Pilgermassen an und lässt uns, als kleines Grüppchen über die Straße. Bis heute weiß ich nicht, wie sie das gemacht hat und was sie den Polizisten erzählt hat. Doch es war echt gut.
DIENSTAG, 22ND JULY 08
An diesem Tag war unser Jugendfestival hier auf Mount Schoenstatt. Staune über alle aus unserem Team, die diesen Tag managten. Es waren ungefähr 300 Jugendliche hier und wir hatten den ganzen Tag Programm. Bushwalk, Basteln, Geschichte Schönstatt Australien, Messe mit dem Bischof der Diözese hier vor Ort usw.
So, dass war mein ausführlicher Bericht aus Down Under.
Liebe Grüße nach Deutschland, Eure
Kerstin
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