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Drinnen und draussen

11. Mai 07, am späten Nachmittag. Wir haben uns aus verschiedenen Orten aufgemacht, hier herunter, in die Klause im Kleinen Paradies. Ein ordentlicher Wind weht uns um die Nase, Wolken wechseln sich mit Sonne und Regen ab, gegenüber erspähen wir einen wunderschönen Regenbogen und eine Menge bekannter Gesichter. Vor ein paar Wochen waren wir schon hier gewesen, um uns im Ausbau der Klause zu engagieren. Jetzt sind wir wieder hierher aufgebrochen, aber dieses Mal mit dem plausiblen Grund, dass wir es uns einfach mal gut gehen lassen wollen. Einfach sitzen, gucken, das Zusammensein genießen.

Wir beginnen unseren Abend drinnen im Hausheiligtum. Kleine Erinnerungsfetzen soll ein jeder aus seiner letzten Woche sammeln und dann den anderen vorstellen. Reihum stellt jeder seine Erlebnisse, seine wichtigen Momente, Vorstellungen, vor. Wie sehr das Leben draussen doch Spaß machen kann und wie viele einzelne Eindrücke sich zu einem Spot, ja einem ganzen Film zusammenstellen. Das Timing von einer halben Stunde ist schnell verschwunden. Unsere Erinnerungen sind im stetigen Wechsel wie der Regen, der Sonnenschein und die Wolken draussen. Wir bemerken: Wenn du viel erlebst, herum kommst und wenig Zeit hast darüber nachzudenken, dann musst du den einen oder anderen Anker setzen. Am Ende hat es sich echt gelohnt, Erinnerungsanker zu setzen.

Früh am Samstagmorgen fliegen über unsere glücklichen Gesichtsausdrücke die Erinnerungen vom Vorabend und wir überlegen, was nun folgen kann. Jeder von uns will nämlich Spuren legen, damit nach einem intensiv gelebten Tag alle im Fight Club den Zusammenhalt so richtig spüren können. Eine Sache, die wertvoll ist und den Kreis bleibend macht, ist der Ausbau der Thekenbeleuchtung in der Werkstatt. Spiegel, Schwarzlicht, Schalter und Leitungen werden angebracht und miteinander verbunden. Ebenso entstehen parallel im Büro neue Ideen und Aussagen zum weiteren Aufbau der Schönstatt-Mannesjugend.

Am Nachmittag teilen wir uns auf. Josef und Rainer fahren nach Struth und weiter zum Fußballspiel nach Lengenfeld unterm Stein. Die anderen genießen das spektakuläre, wilde Vergnügen, sich in die Fluten im Badeparadies „Eiswiese“ in Göttingen zu stürzen. Am Abend weichen die Regenschauer herrlichen Sonnenstrahlen. Das Grillen kann mit viel Rauch und Dampf über die Bühne gehen. Einfach perfekt! Während sich die hauchdünne Sichel vom Mond in den Himmel schiebt, genießen wir unseren Rückblick in den Tag. Wie wichtig es doch ist, als Kreis aus dem Alltag auszuscheren, sich aufzuraffen, zusammenzukommen und verschiedene Programmpunkte zuzulassen.

Gedanklich ist der Sonntag schon der Tag unseres Aufbruchs nach Hause. Der Geräuschpegel im Schlafraum lässt uns aber noch einmal eintauchen in die gemeinsamen Stunden unseres Kreistreffens. Erlebnisse und Emotionen wechseln zwischen den Gesprächspartnern. Wir entschließen uns, das morgendliche Aufstehen in einem Brunch ausklingen zu lassen. Vorab wollen wir den Reiz des Neuen, den wir an diesem Fight Club ausprobieren und entdecken durften, für zukünftige Treffen noch einmal festhalten. Es ist gigantisch, wie viele Bilder wir zusammenbekommen. Was sich daraus noch alles weiterentwickeln lässt. „Geht nicht, gibt es nicht“, ist unser gemeinsames Resümee. Wir haben Lust, aufzubrechen und neue Wege zu finden. Darum geht es uns. Fight Club.


Autor: Rainer M. Gotter
Rubrik: life » report
Eingestellt am 15. Juli 2007
Zuerst veröffentlicht in Ausgabe 29, Juli 2007
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