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Einst sprach ein weiser Pater Bernhard, den wir hier nicht namentlich erwähnen möchten: „Leben entscheidet sich am Essen“. Um das Leben der letzten Tage hier im Jugendhaus zu dokumentieren, haben wir uns also entschieden, den Essensplan zu rekapitulieren. Dabei fiel uns empirisch auf, dass sich ein einzelner Magen nur schlecht weiter als drei Tage zurück erinnern kann. Wir nahmen also alle verfügbaren Bäuche zusammen und kamen auf anderthalb Wochen.
Dienstag, 22. August
Es gibt SMJ-Standard. Das bedeutet: Würstchen mit viel Fett in einer Pfanne angebraten und mit viel Ketchup abgeschmeckt. In den meisten Fällen gehört Brot dazu.
Mittwoch, 23. August
Hoppel beweist einmal mehr seine wohltätige Ader und bringt aus dem heimischen Garten Zucchini und aus dem heimischen REWE Tomaten mit. Das ganze ergibt eine Gemüsepfanne, zu der Reis serviert wird.
Donnerstag, 24. August
Noch ein Wohltäter von außerhalb: Die heilige Dreibäuchigkeit Rainer beglückt uns (auf Bestellung) mit einem Linseneintopf made by Mutter mit Wiener Würstchen.
Freitag, 25. August
Der Eintopf reicht auch für heute noch, wahlweise schmiert man sich ein Brötchen.
Samstag, 26. August
Irgendjemand ist auf die Idee gekommen, die schon einmal gebratenen und dann wieder eingefrorenen Schnitzel aufzutauen und daraus ein Mittagessen zuzubereiten. Mit viel Ketchup lässt es sich ertragen. Der selbst gemachte Eisbergsalat mit Mais und Dressing ist lecker!
Sonntag, 27. August
Im Kleinen Paradies in Heiligenstadt steigt ein Fest für Familien. Dort gibt es auch Mittagessen. Wir haben die Auswahl aus Wiener Würstchen, Bratwürstchen und Pommes. Guten Appetit.
Montag, 28. August
Das Mittagessen wird auf den Abend verschoben. Die lange Wartezeit belohnen wir uns mit zu dünnflüssigem Kartoffelpüree und improvisierten Jägerschnitzeln Reimanns Art. Die selbst gemachte Zwiebelsauce wird nach fünfminütigem Kochen unter kräftigem Rühren in die Toilette gekippt. Wie gut, dass wir Gewürzgurken als Beilage haben!
Dienstag, 29. August
Es lebe die Tiefkühlkost! Kartoffelpuffer von „Gut und Günstig“ sichern unser Überleben.
Mittwoch, 30. August
Zusammen mit Hans-Martin und Jörg hält auch der Stil wieder Einzug. Es gibt absolut leckere Hackbällchen Toskana Art mit Reis. Nur die Uhrzeit lässt das ganze schon fast eher als Abendbrot denn als Mittagessen erscheinen.
Donnerstag, 31. August
Trotz Frau im Haus bringen wir es lediglich auf Eierkuchen. Nachdem die Pfannen zunächst nicht so recht Wärme abgeben wollen, sind zum Ende hin die Eierkuchen fast angebrannt, noch ehe die gekaufte Mischung den Pfannenboden berührt. Wenigstens wird jeder satt. Zumindest behaupten es alle.
Freitag, 1. September
Unseren Frevel von letztem Freitag (zur Linsensuppe gab es schließlich auch Würstchen dazu) wollen wir wieder wettmachen, indem wir – nein, nicht fasten – anspruchslose Fischstäbchen mit blassem Reis essen. Bernhard steht gerade am Herd und hat nicht mitbekommen, dass er das Reiswasser selbst abgedreht hat. Man darf gespannt sein!
Samstag, 2. September
Unsere vorausschauenden Mägen ahnen, dass für heute Erbsensuppe angesagt ist. Na dann Mahlzeit!
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