HAUPTSEITE | INHALT | KONTAKT | IMPRESSUM

[Valid RSS]

» report

Auf der Suche – ja, wonach denn?

9. April, Ostermontag. Was gibt es da besseres, als zu Hause zu sitzen und den Osterfestbraten zu genießen? Nichts! Aber trotzdem haben sich vier Mitglieder der Schönstatt-Mannesjugend am Abend des Ostermontags aufgemacht, die Sternwoche im „Kleinen Paradies“ vorzubereiten.

Da an Feiertagen bekanntlich nicht gearbeitet werden soll, begann der Abend mit einem gemütlichen, lang ausgedehnten Abendbrot. Vorher musste aber trotz jeglicher Feiertagsstimmung noch eine (bzw. zwei) kleine Reparaturen in der Klause durchgeführt werden, die wegen ihrer Schwere nicht weiter warten konnte. Welcher Art jene waren, wird wohl für immer ein Geheimnis der anwesenden Gruppenleiter sein. Wen es aber trotzdem interessiert, der kann sich gerne „Auf die Suche nach …“ machen.
Der Abend klang mit einem Film aus. Wer würde es ahnen, aber dieser blieb der einzige für die ganze Vorbereitung und die Woche, auch wenn einige Anwesende bestrebt waren, dies zu ändern, nur leider blieb dafür keine Zeit mehr.

Dienstagmorgen: erste Planungsrunde. Da auf der Einladung bisher alles ziemlich undeutlich, nur mit Hinweis auf Detektive oder ähnliches formuliert war, kam auf das Vorbereitungsteam noch einiges an Arbeit zu. Ideen wurden gesammelt und ein ungefährer Zeitplan erstellt.

Einige Besonderheiten seien hier erwähnt. Donnerstag: Aufstehen fünf Uhr –  Marsch zur Elisabethhöhe – dort weitere Hinweise für ungeklärten Detektivfall (die Helfer müssen eher aufstehen und Hinweise verstecken) – nach Auswertung der Hinweise Detektivrally durch Heiligenstadt mit vielen weiteren Hinweisen; eben wie richtige Detektive – Freitag: Auflösung des Falles, verbunden mit einigen religiösen Inhalten. Doch es kam vieles anders.

Um die Arbeit schneller zu bewältigen bildeten wir Arbeitskreise für die einzelnen Hauptthemen. Problem: mehr abzuarbeitende Gebiete als Gruppenleiter. Da dann doch alle zusammenarbeiteten, wurde auch alles gemeinsam erledigt. Doch die Arbeit ging bis zum Nachmittag nur mäßig voran.

Nachdem Jonathan uns am späten Nachmittag verlassen musste, stellten wir den  Missstand der uns weglaufenden Zeit fest und beschlossen, jetzt noch mal richtig anzupacken. Nach langem Suchen und Probieren wurde endlich die richtige Geheimtinte gefunden, die Dienste während des Sterntreffens den Gruppen zugeordnet und die Liste mit allen möglichen Stationen für die Stadtrally wurde fertig gestellt.

Zwischendurch wurde noch eine wichtige Bastelutensilie eingekauft, wovon am Abend noch einige geleert wurden, um am nächsten Tag wieder fit zu sein und ausreichend davon zu haben. Was man für eine gute Jugendarbeit nicht alles tut. Wer nicht weiß, was eingekauft wurde, … ich sag nur „Klopfen für eine hochwertige Jugendarbeit“ Ach ja, Abendbrot haben wir zwischendurch auch noch gegessen. Damit es schneller ging, gab es Döner. Aber prompt wurde der Dönerladen auch in unsere Stadtrally aufgenommen und es wurde beschlossen, von dort auch das Mittagessen bei der Stadtrally zu besorgen. Nach 0 Uhr und so gut wie pausenloser Arbeit krochen wir geschafft in unsere Schlafsäcke.

Mit einer (Probe-)Wanderung zur Elisabethhöhe (Tatort und Ausgangspunkt der Stadtrally) begann der Morgen. Anschließend brachten wir die am vorigen Abend rausgesuchten Stationen in die entsprechende Reihenfolge und fragten telefonisch bei den entsprechenden Einrichtungen nach, ob sie uns unterstützen konnten. Ein langwieriges Unterfangen. Bereits beim Festlegen der Stationen fiel auf, dass eine Gruppe, nämlich die zweite, besonders kreuz und quer durch die Stadt laufen musste, aber dazu später mehr. Ebenfalls sehr zeitaufwändig war das Suchen von Hinweisen für die einzelnen Stationen. Aber irgendwie schafften wir es doch.

Oberste Priorität hatte jetzt erstmal das Einkaufen von Lebensmitteln und Bastelmaterialien. Schließlich konnte nur so das geplante Programm für den ersten Abend stattfinden. Doch das Einkaufen wurde zu einer Fahrt quer durch die ganze Stadt. Gegen 15.5X Uhr (genaue Zeit TOP SECRET) kamen wir endlich wieder im Kleinen Paradies an. Die Umschläge mit den Hinweisen lagen immer noch im Auto, obwohl die eigentlich schon heute bei den Stationen ankommen sollten. Am nächsten Morgen würde dies für einige Probleme sorgen. Wie gesagt, kurz vor 16 Uhr waren wir wieder im Kleinen Paradies. Die ersten Jungen warteten schon. Gleich wurden diese angestellt, die gekauften Lebensmittel zu verstauen. Nebenher räumten wir im Eildurchlauf das Büro und die Klause auf, wo noch die Reste vom eilig verdrückten Mittagessen standen.

Christoph machte sich noch einmal auf den Weg, die restlichen Bastelutensilien zu besorgen. Leider war er auf „der Suche nach …“ nur teilweise erfolgreich. Wir vertrieben uns währenddessen die Zeit draußen auf der Wiese mit Spielen. Das Treffen hatte begonnen. Jonathan war auch wieder da und es sah so aus, als wäre alles in bester Ordnung. Doch dann, 18.00 Uhr: Alle Detektive werden in den blauen Saal gerufen. Unser Oberdetektiv wartet in diesem Detektivbüro. Eine gewisse Spannung liegt in der Luft. Christoph weiht die Jungen in den aufzuklärenden Fall ein, zeigt das Erpresservideo, dass ein Unbekannter, Mister Henry, zugeschickt hat. Dieser vermisst seinen Koffer mit dem unbekannten, aber wertvollen Inhalt. Auf dem Band ist ein Mann in schwarzem Sweatshirt zu sehen. Einer der Jungen meint, das wäre Josef in seiner FightClub-Jacke. Fast gelingt es, alle in der Runde zu überzeugen. Doch das nicht zu sehende FightClub-Logo sorgt für Unsicherheit. Fakt: Der Täter ist weiter unbekannt.

Erstmal werden Ausrüstungen für die Detektivneulinge hergestellt. In den Detektivsets ist von Geheimtinte über Pulver für Fingerabdrücke bis zum Adressbuch und Notizblock alles enthalten. Wer meint, Pulver für Fingerabdrücke herzustellen sei ein leichtes Unterfangen, der täuscht sich. Wer es nicht glaubt, mag Jonathan fragen. Am Ende sahen alle „Kohlerubbler“  jedenfalls sehr … aus. Ebenfalls die Toiletten. Überall schwarze Spritzer … Die Reinigungskräfte werden sich gefreut haben. Auf jeden Fall merkte man, dass jetzt Leben im Haus war. Beim Abendgebet wurden den erfahrenden Detektiven (Josef,  Jonathan,  Johannes) drei wichtige Symbole überreicht. Ein Funkgerät zum Kontakthalten, entsprechende Batterien für die nötige Ausdauer und Kraft, sowie eine Sonnebrille für den Blick auf das Wesentliche. Erklärt wurde der Zusammenhang dieser Eigenschaften mit Detektiven und der Gottesmutter. Jeder Detektivanwärter bekam außerdem einen Ausweis mit Passbild, Unterschrift und natürlich mit Fingerabdruck. Der weitere Abend lief locker aus. Um 24.00 konnte dann endlich die Nachtruhe ausgerufen werden, obwohl, von Ruhe konnte keine Rede sein. Alle der elf von dreizehn angemeldeten Jungs übernachteten im Schlafsaal der Klause, wir drei Leiter im Gruppenraum davor. Man kann nur sagen, es wurde eine recht unruhige Nacht. In einer Auswertungsrunde, bereits in der „Waagerechten“, beschlossen wir, das für um fünf Uhr angesetzte Wecken mit Marsch zur Elisabethhöhe ausfallen zu lassen. Alle, vor allem wir, waren geschafft.

Doch aus „acht Uhr Wecken“ wurde nichts. Bereits gegen vier oder fünf Uhr (keiner weiß es genau) drangen die ersten Geräusche aus dem Schlafsaal. Um 7.30 Uhr wurden unsere Detektive „geweckt“. Es waren neue Hinweise unweit des Kleinen Paradieses gesichtet worden, die dringend der Untersuchung bedurften. Neben Stofffetzen, einer Bierflasche und einer Dönerkarte wurden noch weitere Hinweise entdeckt und ausgewertet. Das hieß: Frühstück und dann Hinweise verfolgen. Die drei am Abend eingeteilten Gruppen verfolgten je einen Hinweis. Vorher musste aber noch ein kleines Missgeschick behoben werden. Jonathans Gruppe: zwei Jungen, Josefs: vier und meine Gruppe: fünf Jungen. Aufgefallen war das ganze erst, als Jonathan am Morgen mit zwei Jungs Tischdienst machen musste. Egal. Nun ging es auf die Jagd nach dem Täter und den Koffer.

Wie gesagt, quer durch die Stadt. Einige Stationen seien hier genannt: Amalien Apotheke beim Krankenhaus; FFW auf dem Liethen; Theodor Storm Denkmal; Brauhaus Böning; Konrad-Martin-Haus und noch viele andere. Nicht zu vergessen die Besitzlichkeiten der Familie Klingebiel in der Stubenstraße und im Steingraben. Wenn die Stationen doch wenigstens in einer anderen Reihenfolge gewesen wären. Wir hätten sie vielleicht doch anders festlegen sollen. Beim Mittagessen (Pizza) und herrlichen Sonnenschein bei der Villa Lampe kürzten wir die Strecke bereits. Jedenfalls war dabei irgendetwas schief gegangen, eine Gruppe hatte auf einmal eine Station weniger als die anderen. Das interessante dabei: Werter Leser, such in Heiligenstadt mal den Steingraben 22. Selbst Einheimische wissen nicht, wo diese Straße überall anfängt und aufhört. Und auf diese Suche begaben sich die tapferen Detektive der zweiten Gruppe fast erfolglos, aber zum Glück gibt es ja noch helfende Engel. Der Name „Pauline“ hat damit nicht unwesentlich zu tun. Irgendwann kann die letzte Gruppe dann auch im Kleinen Paradies ein.

Übrig bleibt die Erkenntnis, dass in Heiligenstadt immer wieder neue Wege zu entdecken sind, dass es einen Kirch- und einen Kirschweg gibt und dass Funkgeräte im Stadtgebiet nicht sonderlich gut funktionieren. Auf alle Fälle war das bei mir der Fall. Die Zeit bis zum Abendbrot vertrieben wir uns mit Spielen und Raufereien auf der Wiese. Einige waren doch recht schnell wieder zu Kräften gekommen. Wie gut, dass Hermann inzwischen auch zu uns gestoßen war und gerne auf die „Provokationen“ der Jungen einging. Ein lustiges Schauspiel. Mit einer Grill- und anschließender Spielrunde wurde der Abend beschlossen. Beim (Grill-) Feuer kam bereits Zeltlagervorfreude auf. Im Schlafsaal war abends ziemlich schnell Ruhe. Wieso wohl?

Freitag: Aufstehen  acht Uhr. Da  alle geschafft waren, wurde dieses kurzerhand auf neun Uhr verlegt. Noch beim Frühstück Zubereiten wurden wir von der Zeitung überrascht. Das veröffentlichte Bild sieht dementsprechend schlecht aus. Die für den Freitagvormittag angesetzten Spiele verliefen bald im Sand. Alle nutzen jedoch das sonnige Wetter, um sich mehr oder weniger sportlich zu betätigen oder sich im Grünen auszuruhen. 14.15 Uhr. Die Detektive werden zum Detektivbüro in den Blauen Saal gerufen. Es ist ein letzter, alles entscheidender Hinweis eingegangen. Der Täter gibt auf. Der Hinweis verweist auf das Heiligtum. Alle stürzen los. Dort, im Heiligtum liegt der gesuchte Koffer. Sofort wird der Ort abgesperrt. Alle Spuren gesichert. Beweisfotos gemacht. Vorsichtig, mit Handschuhen, wird der Koffer geöffnet. Der Inhalt gibt sich preis. Aus Gründen der Geheimhaltung darf dieser leider hier nicht bekannt gegeben werden. Es sei nur soviel gesagt: Die MTA hatte ihr Finger auch mit im Spiel. Mit dem Probieren der Geheimtinte und einigen Worten unseres Oberdetektivs Christoph zum Sinn und Zweck einer Suche ging die ereignisreiche Woche zu Ende.

Zum Schluss muss noch gesagt werden, dass trotz mangelnder Zeit alle Programmpunkte mittels Spontaneität bestens gemeistert werden konnte. Grade dies machte das Treffen lebhaft und gab ihm den gewissen Reiz eines Detektivabenteuers. Die Woche wird man sicher so schnell nicht wieder vergessen.

Achja: Bobbycars sind auch noch für 10-13jährige ein wunderbares Spielzeug.


Autor: Johannes Henning
Rubrik: life » report
Eingestellt am 26. Mai 2007
Zuerst veröffentlicht in Ausgabe 27, Mai 2007
Trackback: url

Ähnliche Beiträge:
» Auf der Suche nach Mr. X | Dezember 2006
» Großmeister auf schwieriger Mission | Dezember 2007
» Im Tal der Tempelritter | September 2007
» Zu fünft in der Schweiz | September 2007
» Wie der Vater, so der Sohn | Juli 2007

Bisher kein Eintrag  | Neuer Eintrag


Eintrag verfassen

Line and paragraph breaks automatic, e-mail address never displayed, HTML allowed: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>


*