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Sie ist sechs Meter lang und 1,5 Meter breit. Sie verdrängt mit ihrer schlanken Erscheinung weniger als zehn Kubikmeter Wasser. Sie wird in diesem Jahr 30. Sie ist eigentlich eine Gondel (Fabrikat laut Papieren) und die »Königin vom Breitlingsee«.
2. Tag: (2. Mai) Noch mehr Dreck! Mit geballter Kraft, selbst unter Einsatz von Ehefrauen und zukünftigen Jungmännern hatten wir die Außenseite nahezu vollständig abgeschliffen. Nur die Schriftzüge von Name und Bootsnummer blieben verschont. Außerdem ließen wir uns durch einen benachbarten und befreundeten Böttger beraten. Wir wollten die Kittfugen, die jedes Jahr neu aufgerissen und schon größtenteils ausgeplatzt waren, durch eine Einkomponenten-Klebemasse auf SM-Polymer-Basis ersetzen. Das geheime Zeug heißt: PANTERA Marine Sealant MS 3000/60. Erkenntnis des Tages: »SCHLEIFEN UND FÖNEN MACHT NICHT WIRKLICH SPASS !«
3. Tag: (16.Mai) Der Dreck nahm kein Ende! Aber wir hatten das Gefühl, es wurde langsam weniger und das Boot wurde leichter. Zunächst hatten wir die alten Kittschichten entfernt. Es war alles extrem spröde und aufgerissen. Im Boden waren bis 1,2 Zentimeter breite Fugen nur durch rissigen Kitt verschlossen worden. Insbesondere am Heck waren unter dem Kitt schon einige völlig verrottete Holzanteile. Nun schien die Sonne durch das Boot und wir fragten uns, ob das jemals wieder dicht werden würde. Später wurde »Miriam« umgedreht. Die Innenseite wurde nun auch mit der Heißluftpistole von der alten Lackschicht befreit. Nachdem die Beschläge abmontiert waren, ging es den Lackresten an den Mahagoni-Planken zu Leibe. Es sah schon wieder ganz passabel aus. Am Ende des Tages war alles, was zu demontieren war, entfernt. Heck- und Bugraum waren ausgebaut. Wir glaubten nun, weit mehr als die Hälfte der Schleifarbeiten geschafft zu haben. Erkenntnis des Tages: »ES GEHT VORAN – WIRKLICH!«
4. Tag: (21.Mai) Schleifen ist nicht alles! Heute ist Himmelfahrt. Nach dem Frühgottesdienst in Wittenberg und einem heftigen Regenguß stand ich zunächst ganz alleine da und hoffte auf etwas Sonne. Die Regenzeit nutzte ich, um die Kleinteile zu schleifen und die neuen Einleger für den Boden zurechtzusägen. Immer wieder versuchte ich, im Freien zu arbeiten, aber fünf Mal regnete es und ich mußte immer wieder flüchten. Trotzdem schaffte ich etwas: die Grundierungen des Verdecks waren in erster Schicht drauf, zwei Einleger waren fertig und am Tagesende konnte ich sogar noch am Boot weiterschleifen. Dann hatte ich sogar noch kräftige Unterstützung von meiner Frau und Susanne – Stephans Schwägerin. Erkenntnis des Tages: »ALLEINE ARBEITEN MACHT WENIG SPASS – UND IM REGEN NOCH WENIGER.«
5. Tag: (22.Mai) Heute wird geklotzt, nicht gekleckert! Johannes Reimann, Stephan Glaser, Sebastian Haase und Ralf Dutkiewicz hatten sich angesagt. Wenn das heute nichts mit dem Wetter wird … Mit vereinter Kraft ging es also los: Johannes, Stephan und Ralf hatten die Schleifmaschinen übernommen. Sebastian schwang den Pinsel und ich baute weiter die »Ersatzteile«, da zahlreiche Bretter einfach nicht zu retten waren. Es hat sich gelohnt: Die zweite Grundierung und der erste Lack konnten auf die Verdeckteile aufgebracht werden und die Grundierungen waren an den meisten anderen Teilen fertig. Was aber viel wichtiger war: Wir waren mit den Schleifarbeiten fertig!!! Leider ist einer von Ollis Schwingschleifern dabei über den Jordan gegangen, was die Sanierungskasse zusätzlich noch etwas strapazieren sollte. Am späten Nachmittag konnten wir dann die ersten Ersatzteile an den völlig demontierten Rumpf anbringen. Die breiten Bodenfugen wurden durch Leisten ausgefüllt. Schließlich konnten wir mit der am morgen per Kurier gelieferten Super-Dichtmasse der Fa. PANTERA endlich die ersten Risse verschließen. Leider vertrieb uns ein abendliches Gewitter von der Baustelle, so dass erst am nächsten Tag die Abdichtung fertig werden konnte. Erkenntnis des Tages: »ES IST VOLLBRACHT! – NIE WIEDER SCHLEIFEN!!!«
Dieses Projekt ist schon erfolgreich abgeschlossen, die weiteren Teile des Berichts folgen in den nächsten Wochen in kleinen, leicht verdaulichen Portionen…
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