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Es sei „eine Provokation, solche Fragen im katholischen Eichsfeld zu stellen.“ Diese verärgerte und manch andere verblüffende Antworten erhielten drei Reporter der Schönstätter Allgemeinen Zeitung (SAZ) von einem Teilnehmer der Pfingst-Umfrage, die am Samstag, 19. Mai 2007, von drei großen Schönstätt-Blättern in der Eichsfeld-Metropole Heiligenstadt durchgeführt wurde. Die SAZ, die MarienBILD sowie das People Magazin ‚S’ wollten durch ihre Befragung in der Fußgängerzone der Kurstadt herausfinden, was die Bevölkerung des Eichsfelds über Pfingsten wisse und wie sie die beiden Feiertage verbringe. Immerhin zählt Pfingsten als Geburtstag der Christenheit neben Weihnachten und Ostern zu den wichtigsten Hochfesten im gesamten Kirchenjahr.
Der Umfrage lag die Annahme zugrunde, dass heutzutage längst nicht mehr jeder mit der Bedeutung des Festes umzugehen verstünde – vermutlich auch nicht im stark katholisch geprägten Eichsfeld. Die Journalisten, die im Auftrag ihrer Zeitungen die Umfrage durchzuführen hatten, informierten sich zunächst selbst über Anlass, Hintergrund und Bedeutung des Pfingstfestes, indem sie einen Experten zum Gespräch luden. Pater Thomas Jochheim stellte sich den Fragen der Reporter und erklärte unter anderem, woher der Begriff „Pfingsten“ stamme und was es mit den Ereignissen in diesem Zusammenhang auf sich habe.
Mit diesem Hintergrund ausgestattet erstellten die Mitarbeiter der drei Zeitungen in Zusammenarbeit mit dem Spezialisten für Sozialforschung, Christoph Nette, jeweils einen Fragenkatalog – zugeschnitten auf die eigene Zielgruppe. Die Mitarbeiter des People Magazin ‚S’ etwa konzentrierten sich zunächst auf den Lifestyle der Eichsfeld-Bevölkerung und wollten beispielsweise wissen, welche Traditionen zu Pfingsten bei den Befragten gebräuchlich, welche Speisen und welche Kleidung zu den Feiertagen angesagt seien. Die MarienBILD schickte gewohnt reißerische und polarisierende Fragen ins Rennen, so etwa ob es zu Pfingsten mehr Ehescheidungen als gewöhnlich gäbe und ob den Befragten der Geist in der Kirche lieber sei als der Geist in der Flasche. Die Schönstätter Allgemeine Zeitung (SAZ) indes fragte eher nach soliden Fakten, so zum Beispiel wie es um die Fremdsprachenkenntnisse in der Bevölkerung bestellt sei und an welchen Gott die Befragten glaubten.
Während die Teams von ‚S’ und MarienBILD wenig Schwierigkeiten hatten, in der Fußgängerzone Heiligenstadts gesprächsbereite Passanten ausfindig zu machen, erklärten sich der SAZ gegenüber lediglich ein Drittel der angesprochenen Personen oder Personengruppen zu einer Teilnahme an der Umfrage bereit. Nichtsdestotrotz erhielten am Ende alle drei Zeitungen brauchbare Ergebnisse und konnten manch klare Aussage treffen. Die Feststellung zum Beispiel, der Großteil der Befragten kenne die wahre Bedeutung des Pfingstfestes nicht, war allen drei Reporterteams gemeinsam. Darüber hinaus fand die ‚S’ heraus, dass jeweils zwei Drittel der Befragten Pfingsten als Feiertag begingen und eine spezifische Pfingsttradition verfolgten. Die MarienBILD erhielt auf ihre Frage, was den Umfrage-Teilnehmern auf den Geist ginge, durchschnittlich Antworten wie „Verlogenheit“ oder „Scheinheiligkeit“. Auch „die Kirche“ wurde als störend genannt. Die Reporter der SAZ schließlich stellten fest, die Bevölkerung hielte vor allem Politiker quer durch alle Parteien für besonders Geist „bedürftig“.
Die Mitarbeiter aller drei Zeitungen zeigten sich teils erstaunt, teils schockiert angesichts der Ergebnisse der Umfrage. „Zwei Kinder, die wir befragt haben, wussten am besten Bescheid“, so Christian Hufnagel von der MarienBILD, „die konnten auf Anhieb sagen, was es mit Pfingsten auf sich hat.“ Weniger erfreulich sei die gereizte Antwort eines Mannes gewesen, der darauf hin seine Teilnahme abgebrochen habe. SAZ-Reporter Christoph Holzbrecher meint dazu: „Er hat gerufen ‚was für eine Provokation, so etwas im katholischen Eichsfeld zu fragen’ und ist dann weggegangen.“ Tobias Bode von ‚S’ indes erstaunte die Unwissenheit der Bevölkerung. „Von denen wusste keiner, woher der Begriff Pfingsten kommt.“
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