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Der Advent ist eine Zeit der offenen Türen. Die kleinen Türchen im Adventskalender laden ein, jeden Tag eine neue kleine Entdeckung zu machen. Kirchentüren werden ganz bewusst länger offen gelassen, um Besuchern auch später am Abend ein wenig Ruhe und Einkehr anzubieten. Und nicht zuletzt das Lied „Macht hoch die Tür …“ fordert auf, die Tore sperrangelweit zu öffnen, um Christus einzulassen.
In Schönstatt ist die offene Tür ein Bild: ein Symbol für neue Möglichkeiten, für andere Zeiten, die anbrechen. Wo sich Türen schließen, wo also frühere Möglichkeiten wegfallen, wo altes stirbt, da tun sich auch wieder neue Türen auf, finden sich neue Möglichkeiten. Für uns war es unter anderem die reale Tür des Jugendhauses Thalwenden, die in diesem Jahr zufiel.
Der Advent lädt ein, neue Möglichkeiten zu entdecken, Leben zu erahnen, das neu entstehen möchte. Gott öffnet neue Türen für uns, wo andere zugefallen sind. Bemerken wir sie? Können wir sie erspüren? Vielleicht nicht sosehr mit neuen Projekten und Aktionen, vielleicht zunächst im Stillen. Wir können unser Herz benutzen als Wünschelrute für Türen, die sich einen Spalt weit öffnen – und von uns entdeckt werden möchten.
Und welche Freude, wenn wir sie gefunden haben! Dann bemerken wir, dass es auch anders geht, dass der Raum, in dem wir uns befinden, noch lange nicht das Ziel war, sonder lediglich eine Zwischenstation. Doch halt – wer hat gesagt, dass wir jetzt schon gehen müssen? Gerade ist es so gemütlich geworden. Wollen wir denn durch die Tür treten? Das zu tun bedeutet, altes hinter sich zu lassen, einen anderen, einen neuen Raum zu betreten.
Eine offene Tür zu finden, erfordert Vertrauen: auf Gott, dass er uns nicht im dunklen Flur sitzen lässt. Eine offene Tür zu durchschreiten erfordert Mut: von uns selbst, das Neue zu wagen. Können wir im Advent die eine oder andere offene Tür finden – und vielleicht schon einen Blick erhaschen, wie es dahinter aussehen mag?
P.S.: Mit dem Verschwinden der Tür des Gruppenraums in der Klause haben wir ja bereits einen Anfang gemacht …
Fundstück
Die Lebenswege sind gesäumt
Von hunderttausend Türen
Sie gehen auf
Wir sehen rein
Gefällt es uns
So zieh’n wir ein
Und wollen Heimat spüren
Doch keiner dieser Räume birgt
Genau was wir erträumen
Schnell wird es eng
An einem Ort
Wir stehen auf
Und ziehen fort
Um ja nichts zu versäumen
Zwei Türen weiter lockt ein Licht
Es schimmert durch die Spalten
Wir gehen hin
Wir klopfen an
Wir treten ein
Und glauben dann
Hier sei das Glück enthalten
Aus manchen Kammern will man uns
Mit aller Macht vertreiben
Das passt uns nicht
Wir werden stur
Kein Argument
Wir wissen nur
Grad da wollten wir bleiben
Es fallen immer Türen zu
Das lässt sich nicht vermeiden
Wir wehren uns:
Nicht diese Tür!
Ich war es nicht!
Kann nichts dafür!
Gequetschte Finger leiden
Doch gibt es Räume, zwar meist klein
Die bleiben immer offen
Ist nicht daheim
Ist nur vertraut
Da haben wir
Noch nichts verbaut
Das lässt uns wieder hoffen
Sehr viele Türen schliessen sich
Das ist des Lebens Lauf
Doch lernen wir
So mit der Zeit
Kommt der Moment
Sind wir bereit
Geh‘n neue Türen auf
Dieses Gedicht wurde von dem User „yasara“ im Dezember 2005 bei www.gedichte.com eingetragen
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