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KLAUSE 2.0 – ein Name, ein Programm?
Jung, dynamisch und nach einer guten Idee klingt das allemal, aber steckt hinter dieser Bezeichnung auch mehr als nur ein bloßes Wortspiel?
Wenn etwas Neues begonnen wird, dann liegt es nahe, das auch äußerlich, zum Beispiel durch einen aussagekräftigen Namen, zum Ausdruck zu bringen. Und verlegen um eindrückliche Bezeichnungen ist man bei uns ja selten gewesen, wenn man beispielsweise an die Themen der Jugendfeste denkt, oder insbesondere auch an den Namen unserer Regio, die stolz für sich in Anspruch nimmt, ein Wegweiser zu sein.
Nun stand wieder eine Namensgebung an; für unser Zuhause im Kleinen Paradies, „die Baracke“, „die Josefsklause“, oder auch nur kurz „die Klause“ genannt, wurde ein neuer Name gesucht. KLAUSE 2.0, so einigten sich schließlich die Teilnehmer der Regiokonferenz 2007. Jung, dynamisch und nach einer guten Idee klingt das allemal, aber steckt hinter dieser Bezeichnung auch mehr als nur ein bloßes Wortspiel? Im allgemeinen Sprachgebrauch des Kleinen Paradieses war das Gebäude meistens als „Baracke“ oder „Klause“ bezeichnet worden, den eigentlichen Namen „Josefsklause“ nutzte kaum jemand. Insofern ist KLAUSE 2.0 ein direkter Anschluss an eine bereits vorhanden Tradition und kann zeigen, dass wir uns im Kleinen Paradies einfügen und mit einbringen wollen, dass wir Teil eines bewährten Ganzen bereits seit einem Jahr geworden sind und in dieser Funktion auch noch weiter wachsen wollen. Das „2.0“ im Namen steht dann dafür, dass es nun mit dem Einzug der SMJ gewissermaßen eine neue Version des Gebäudes gibt, die nichts ganz Neues ist, aber, wie das bei neuen Versionen so der Fall ist, auf alle Fälle eine Anpassung an die aktuellen Erfordernisse und Bedürfnisse darstellt.
Für mich spielt jedoch auch ein anderer Aspekt eine Rolle: Ich gehöre ja zu der SMJ-Generation, die sehr eng mit dem Jugendhaus in Thalwenden verbunden war, und für die der Umzug nach Heiligenstadt zumindest emotional einen tiefen Einschnitt bedeutet hat. Hinzu kamen weitere Änderungen für unsere Arbeit, zeitgleich mit dem Heranwachsen einer neuen Generation, die zunehmend Verantwortung übernimmt, und dem ganzen Wechsel wohl auch ein wenig distanzierter gegenüberstand, als mir das möglich war. Insofern finde ich es auch gerechtfertigt, das „2.0“ im neuen Klausennamen als ein SMJ-Regio Wegweiser-Update zu verstehen: Auf der Grundlage dessen, was in Thalwenden über die Jahre gewachsen ist, ist durch das Engagement Vieler von innen und außen eine neue Version, eine neue Ausgabe unserer Regio im Kleinen Paradies entstanden, wiederum dementsprechend, was die aktuelle Situation von uns fordert. Auch diese Version kann allerdings keine abschließende sein; wieder wird es die Aufgabe engagierter SMJ’ler und interessierter Schönstätter und Freunde sein, die Arbeit und das Leben der Schönstatt-Mannesjugend in der Regio Wegweiser konstruktiv weiterzuentwickeln, denn Zeit und Umstände werden sich verändern und neue Anforderungen stellen.
In diesem Zusammenhang erschließt sich auch leichter, warum auf der Regiokonferenz keine konkrete Ausfüllung der Buchstaben K, L, A, U, S und E stattgefunden hat. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob es einfach keine schöne Interpretation für dieses tolle Wortspiel gegeben hat, auf das man aber nicht verzichten wollte. Und selbst wenn es so gewesen ist: Es entspricht in jugendlicher Weise dem berühmten Diktum schönstättischen Selbstverständnisses: „Jede Generation ist aufgerufen, Schönstatt neu zu gründen“; jede Generation, jede Gruppe, jeder Kreis von SMJ’lern, der sich hier in der KLAUSE 2.0 zu Hause fühlt, soll sich selbst Gedanken machen können, welche Bedeutung in diesen Buchstaben liegt.
So gelesen, ist dieser Name aber nicht nur ein Name, sondern gleichzeitig auch ein Anspruch, ein Programm: Wir sind herausgefordert, unsere KLAUSE, unsere Arbeit, unsere ganze Regio (und ich verwende an dieser Stelle bewusst den Begriff „Regio“) beständig weiterzuentwickeln, uns anzupassen an neue Situationen und Umstände, dabei jedoch auf dem schönstättischen Fundament zu bleiben, das den Sinn unserer Arbeit darstellt, damit wir der Sendung treu bleiben, die Pater Kentenich ganz zu Beginn der Geschichte Schönstatts in der Vorgründungsurkunde ausgegeben hat: „Wir wollen uns selbst erziehen zu festen, freien, [christlichen] Charakteren.“
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