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Abgesang auf des Paters Büro
Wehrhaft und stabil sah sie aus, die Einrichtung in Pater Michaels Büro. Schreibtisch, Sekretär, Rollkästen mit Akten-Schubladen, mehrere Regale – selbst ein Hightech-Instrument wie etwa sein 166er Notebook gehörte zum Erscheinungsbild des Pater’schen Büros, das stets (trotz aller Ordnung und Aufgeräumtheit) den Eindruck vermittelte: Hier wird die Welt entschieden.
Und in der Tat, über die heißen Drähte namens Telefon und Internet lief in den vergangenen Jahren zunehmend vieles dort in der Ein-Mann-Zentrale zusammen. Neben allem, was es für eine gute Bewegungsarbeit brauchte (Kontakte zu den Leitern und Jugendlichen, Kontakte zu Seelsorgern, Chefs von Häusern und Jugendverbänden, nicht zuletzt die Standleitung zur eigenen Gemeinschaft der Schönstatt-Patres; darüber hinaus jede Menge Literatur, Vorlagen und Akten zu Tagungsthemen, pädagogischen Methoden und Gottesdienst-Konzepten und vieles mehr; nicht zu vergessen natürlich die Uhr, die immer entweder vor- oder nachging) stapelte sich auch kiloweise an Papier, was für den rein ökonomischen Erhalt des Hauses in Thalwenden und die Arbeitsfähigkeit der Regio nötig war (hier seien nur die Stichworte bzw. –kürzel AKSB, BDJK genannt).
Nun, so ganz ohne persönliche Dekoration (denn die gab es auch: jede Menge Fotos) erscheint das kleine Zimmer eher funktional, auch wenn drei Sessel (von denen zwei eigentlich mal nach Güsten sollten) immer noch bemüht sind, einen Hauch von Gemütlichkeit zu bewahren. Die Welt entschieden wird hier nicht mehr, dafür aber immer noch Wohl und Wehe einer ganzen Regio. Der Herr der Akten hat sich inzwischen von einem kurzhaarigen kleinen zum langhaarigen dickbäuchigen Mann (inzwischen mit Kind) gewandelt. Verschwörerische und revolutionäre Zusammenkünfte haben diese Wände genauso miterlebt wie Beinahe-Bankrotte und viele weitere Höhen und Tiefen von Jugendarbeit und schönstättischer Planung. „Hier kommt unser Schlafzimmer rein“, verrieten jüngst auf einer Besichtigungstour die künftigen Besitzer. Wie so oft im Leben heißt es also Abschied zu nehmen. Nicht nur von diesem Raum.
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