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Die deutsche Schönstatt-Familie will nach vorne schauen und sich für kommende Zeiten wappnen. Dazu trafen am vergangenen Wochenende rund 180 Personen aus der Bewegung am Ursprungsort zum ersten Zukunftsforum zusammen. F.L.O.H. hat bei Rainer M. Gotter nachgefragt, was dabei herausgekommen ist.
F.L.O.H.: „Zukunftsforum“ ist natürlich ein sehr offener Begriff. Was genau war die Aufgabenstellung dieses Treffens?
Rainer: Die Aufgabenstellung war zuerst einmal, den Nachwuchs in allen Schönstattgemeinschaften anzusprechen, damit ein Miteinander neu entstehen kann. Wir haben uns nämlich überlegt, was wir miteinander einsetzen können, damit Schönstatt innerlich und auch äußerlich wachsen kann bzw. muss.
F.L.O.H.: Woher stammt die Initiative zum Zukunftsforum? Wer hat eingeladen und vorbereitet und woher kamen die Teilnehmer?
Rainer: Die Idee, ein Zukunftsforum anzugehen, ist aus der Bewegung heraus erwachsen. Ein Zieldatum ist dabei immer das Jahr 2014, wobei das Zukunftsforum nicht die Organisation des Jubiläumsjahres in den Blick nimmt, sondern darüber hinaus – und das in allen Sparten, ob Jugend, Familie oder auch andere Ebenen. Eingeladen hat der Bewegungsleiter Pater Penners. Es sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Verbänden, Bünden und Gliederungen und auch Sympathisanten eingeladen gewesen, davon gut die Hälfte der Teilnehmer aus dem Kerngeschäft Schönstatts, also Personen, die hauptamtlich oder sonst wie schon fest engagiert sind; und dazu dann Personen, die vorgeschlagen wurden mit dabei zu sein; zum großen Teil aber junge Erwachsene. Die Mischung ist am Ende aufgegangen.
F.L.O.H.: Waren bekannte Gesichter zu sehen?
Rainer: Ich sag mal, es gab eine Menge Gesichter, die sich kennen lernen mussten, da man sich in solch einer Mischung in Schönstatt noch nie zusammen gefunden hat. Der eine oder andere war bestimmt vom Sehen her schon bekannt oder vom Namen, aber der Raum für Begegnung hat sehr viel Zeit eingenommen, sodass man miteinander warm werden konnte. Das hat dem Prozess der Tage und dem Austausch sehr gut getan.
F.L.O.H.: Wie lässt sich das Ergebnis des Forums kurz zusammenfassen?
Rainer: Ja, alle wollen ein Ergebnis …
F.L.O.H.: … oder vielleicht die „Haupterkenntnis“ …
Rainer: Das Zukunftsforum hat den Stein ins Rollen gebracht. Schönstatt wird mit diesem Aufbruch nicht mehr das sein, was es bis jetzt war. Nun geht es mit dem Wissen und dem Miteinander in die neueste Zeit. Konkrete Ergebnisse aus den Arbeitskreisen gibt es auf jeden Fall auch, denn es haben sich viele Talente gefunden, die nun gemeinsam daran gehen, Dinge in Schönstatt anzupacken. Ein Beispiel: Der Arbeitskreis der Pädagogik hat verschiedene Ansprechpartner benannt, die nun alle Richtungen von Pädagogen bündeln werden, um hieraus eine Schönstattpädagogik zu formieren, die dann in Zukunft Schönstatt anders darstellen und herüber bringen wird. Also für jeden leicht verständlich und anwendbar. Wie schwer fällt es z.B. uns als SMJ, den Lebensalltag im Lager, mit Gebeten und Liebesbündnis, in den Alltag zu übertragen – ein Gebiet, wo etwas getan werden soll. Die Karten von ErklärMirSchönstatt greifen hier ja auch mit ein. Insgesamt gab es 19 Arbeitskreise. Das war schon ordentlich und, wie es sich gezeigt hat, auch sehr sinnvoll.
F.L.O.H.: Welche konkreten Folgen hat das bis dahin für die Schönstatt-Bewegung und vielleicht auch für uns als SMJ?
Rainer: Für die Schönstattbewegung wird es sich wohl zukünftig so auswirken, dass die dort festgestellten Aussagen und Fragen, wie beim vorhergehenden Befragungsprozess, zurückgegeben und dann umgesetzt werden. Also, es bleibt auf Dauer nichts theoretisch, sondern zieht eine aktive Teilnahme für alle mit sich. Außerdem werden wir feststellen: Wir sind Bewegung. Miteinander! Ohne die oder den anderen geht es nicht mehr, denn wir müssen unsere Ressourcen besser nutzen. Für die SMJ heißt das: Verwurzelt leben – den Menschen bewegen. Also in der Zukunft schauen, wen wir alles haben, wie wir Jungs und Leiter tiefgründig verwurzeln und daraus pulsierend auf andere zugehen und sie bewegen können, mitzumachen. Was muss Jesus für eine Ausstrahlung gehabt haben, dass die Menschen ihre Arbeit verließen und ihm nachfolgten. Okay, soweit wollen wir nicht gehen. Aber ein Stück von solch einer Ausstrahlung, ein kleiner Funke, der wäre schon toll.
F.L.O.H.: Wie geht es jetzt weiter mit der Initiative Zukunft für Schönstatt?
Rainer: Das erste Zukunftsforum hat dazu die ersten Schritte getan. Nun geht es weiter, das nächste Zukunftsforum ist für Februar 2009 terminiert. Bis dahin haben sich viele Personen aus den Arbeitskreisen schon zu nächsten Treffen und Aktionen vereinbart, um an den bisher gemachten Aussagen weiterzuarbeiten. Die deutsche Schönstattbewegung ist im Begriff, sich zu wandeln. Unser Grundangebot als Bewegung muss sich im Miteinander finden lassen, damit hieraus Projekte und Initiativen sich entwickeln und Schönstatt Antworten und Angebote auf die Fragen der Zeit bereithält und geben kann. Wir können nicht einfach dastehen und alles auf uns zukommen lassen. Wir müssen dem Gestaltwandel auch innerhalb Schönstatts begegnen.
F.L.O.H.: Wie können einzelne Gliederungen, z.B. die SMJ, dazu beitragen?
Rainer: Indem Jugend für Jugend inspirierend wird, quasi nach dem Motto „Feuer entzündet sich am Feuer“. Oder nach PJK: Mit Eiszapfen kann man kein Feuer anmachen. Also im Umkehrschluss: auftauen aus der eigenen Bequemlichkeit, sich nur bedienen zu lassen, sondern sich aufraffen, sich selbst begeistern und andere damit anstecken.
F.L.O.H.: Vielen Dank für das Gespräch.
Rainer: Gern geschehen.
Aktuelle Informationen zum Zukunftsprozess der Schönstatt-Bewegung auf www.zukunft-schoenstatt.de
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