Liebhaber eines klaren Layouts, mit scharfen Konturen und geraden Linien, mögen der Redaktion verzeihen. Aber dies ist – wie sich unschwer erkennen lässt, keine normale Ausgabe des F.L.O.H. Dieses Heft hat mehrere Funktionen, die fast alle eine recht große Herausforderung darstellen. Es soll zum einen, wie üblich, ein wenig das Leben in der SMJ Regio Wegweiser aufgreifen und beleuchten. Es soll zum zweiten große Abschiede begleiten, derer es in diesem Jahr wieder mehrere gibt. Und es soll die Stimmung der Jungmänner aufgreifen, wiedergeben – vielleicht auch kommentieren.
Damit ist eigentlich alles genannt, das zu erreichen sich die Redaktion mit diesem F.L.O.H. zum Ziel gesetzt hat. Es klingt wenig. Und doch stellt sich dieses Unternehmen als so vielschichtig und komplex heraus, dass das A5-Format der vorliegenden Ausgabe beinahe wie ein Gefängnis all der Gedanken und niedergeschriebenen geistigen Wellen anmutet – zu klein, zu eng, zu blass
So ist denn der etwas andere Look mit dem Mix aus diesen drei Herausforderungen zu erklären. Da ist Leben drin: Es passiert nach wie vor etwas in der Regio. Weniger Teilnehmer ist gleich kleinere Brötchen, die es zu backen gilt. Aber von Aussterben keine Spur. Da ist Abschied drin: Erst im letzten Jahr haben wir zwei Giganten der SMJ-Geschichte freigegeben. Abschiede schmerzen und erschüttern, werfen aus der Bahn. Aber wenn ältere gehen, werden die übrigen dadurch jünger. Und das ist vielleicht in der Tat gut so. Da ist Aufruhr drin: Der Verlust des Jugendhauses lässt die Jungmänner nicht kalt. Die Zeichen stehen auf Revolution – wider die Machtlosigkeit! Denn dieses Gefühl ist ein treuer Begleiter alle jener, die sich investieren in das Bündnis mit der Gottesmutter und doch viel zu oft auf Unverständnis und Gleichgültigkeit stoßen.
Revolutionär köchelt es aber auch im Inneren. Wo selbst gestrickte Systeme zu einem Netz aus Stolperfallen werden, da ist gesunde Kritik nötig. Nicht wenige Aktive lernen in der Regio eine um die andere wichtige Lektion für ihr Leben – leider nicht selten durch den sprichwörtlichen sauren Apfel. Harmonie mag sich als Ideal beschwören lassen. Doch wo sich Leben aneinander reibt, da bleibt sie ein verspäteter Gast, der, zugegeben, auch nicht aufs heißeste ersehnt wird. Denn was wäre schon Wachstum ohne kräftige Windböen und den einen oder anderen Schnitzer.
Was sich hier kryptisch liest wie ein zutiefst persönlicher Tagebucheintrag, wird für den Leser sicherlich, hoffentlich, vielleicht auch vielleicht, während der weiteren Lektüre des vorliegenden F.L.O.H. zu so manchem Aha-Erlebnis führen. Vielleicht wird dann auch langsam die Erkenntnis reifen, dass gerade Linien und scharfe Konturen – kurz, ein klares Layout – mit Absicht fehlt. Naja, zumindest durch ein paar wenige „schmuddelige“ Elemente angereichert wird. Ganz so verwegen, wie der F.L.O.H. dieses mal vielleicht tatsächlich hätte aussehen können, wollten wir ihn nicht. Dann hätte darunter die Lesbarkeit gelitten. So ist es eben ein Kompromiss. Wie eigentlich alles im Leben. Oder nicht?
Ähnliche Beiträge:
» Das Jahr des F.L.O.H. | Dezember 2007
» F.L.O.H. geht ins Internet | Dezember 2007
» Der F.L.O.H. wird weniger. | Oktober 2008
» Sind wir das – Helden der Revolution? | Dezember 2006
» Für ein Jahr in Bolivien | Februar 2007
![[Valid RSS] [Valid RSS]](http://floh.regio-wegweiser.de/wp-content/themes/magfloh/img/valid-rss.png)
